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Info:
Willkommen im Lab, dem Labor von Runningserver.com. Diese Seiten sollen ihnen Einblick in meine Arbeit verschaffen und zeigen was alles möglich ist und wie man Spaß mit Technik haben kann.

Wenn Sie noch Fragen zu den hier gezeigten Versuchen haben schreiben sie mir einfach eine Email. Diese Seiten befinden sich zur Zeit noch im Aufbau.

Email Bitte Beachten Sie auch die Hindweise in Faq und Impressum bevor Sie sich die Programme herunterladen.

Achtung, ein Teil der hier gezeigten Experimente ist nicht unbedingt ernst gemeint und teilweise lebensgefährlich, ich rate vom nachmachen bestimmter Experimente ab und hafte weder für etwaige Personenschäden oder Schäden die durch das nachmachen eines der hier gezeigten Experimente entstehen könnten.
The Lab - Platinen Ätzen

Die Idee:
Die Europlatine dürfte vielen Bastlern ein Begriff sein. Es gibt sie in Streifen, in Punkten, mit Streifen und Punkten, als Löthilfe für SMD-Ics usw. Mancheiner wird bestimmt schon mal mit dem Gedanken gespielt haben selbst Platinen zu ätzen aber vor den von Chemikalien ausgehenden Gefahren und den obendrein auch noch nicht billigen Laborgeräten zurückgeschreckt sein. Diese kleine Anleitung soll ihnen zeigen wie sie ohne auch nur ein einziges Laborgerät mit einfachsten Mitteln Platinen ätzen können.

Womit wird geätzt?
Klicken Sie auf das Bild um es zu vergrößern Zum Ätzen wird Natriumpersulfat verwendet. Natriumpersulfat bekommen sie in jedem gut sortiertem Elektronikladen (z.B. bei Conrad). Es ist wie der Name schon sagt ein Salz. Gelöst in Wasser reagiert es mit dem Kupfer der Platine. Dabei entsteht Sauerstoff und ein Kupferoxyd welches in der Lösung verbleibt und diese nach und nach blau färbt. Irgendwann ist die Lösung so sehr mit Kuper gesättigt das sie nicht mehr zu verwenden ist. Dann muss sie entsorgt werden. Dies sollte korrekterweise bei einem Entsorgungsunternehmen erfolgen. Geringe Mengen können allerdings auch (verbotenerweise!) stark verdünnt im Klo entsorgt werden. Beachten Sie das die Chemikalten giftig sind! Deshalb sollten Sie während der ganzen Zeit eine Schutzbrille und Handschuhe tragen. Sollte es mal passieren das Sie etwas von den Ätzchemikalien auf die Hand bekommen waschen sie sich bitte sofort die Hände. Kommen Chemikalien in die Augen lassen sie Wasser in ein Waschbecken ein, tauchen das Gesicht ins Wasser und machen unter Wasser die Augen auf und zu. Danach suchen sie Bitte sofort einen Arzt auf. Ich weise an dieser Stelle daraufhin das ich weder Haftung für Personen noch für Sachschäden übernehme. Das nachmachen dieser Anleitung erfolgt auf eigene Gefahr!

Vorbereiten der Platine:
Klicken Sie auf das Bild um es zu vergrößern Zu aller erst wird die Platine vorbereitet. In diesem Beispiel wollen wir eine Platine für einen kleinen Stecker ätzen. Es empfiehlt sich zu aller erst die Löcher für die Beine des Steckers zu bohren. Da die Beine recht dick sind und man auch nie hunertprozentig genau bohren kann wird in diesem Fall ein 1,5mm Bohrer verwendet. Damit man weiß wo man bohren muss kann man sich eines kleinen Tricks bedienen. Man pinselt einen kleinen Tupfer Tipp-Ex an die Beine des Steckers und drückt diesen auf die nicht mit Kupfer beschichtete Seite. Dadurch hat man gleich alle Lötpunkte im richtigen Abstand von einander auf einen Schlag angezeichnet und braucht nur noch an den entsprechenden Stellen zu bohren. Nach dem Bohren müssen die Löcher nur noch entgratet werden. Es empfiehlt sich an dieser Stelle die Platine noch einmal mit Nagellackentferner zu reinigen um sicher zu sein das sie auch völlig sauber und fettfrei ist. Im zweiten Schritt mahlt man mit einem Edding um jedes Loch ein Lötauge. Ist man damit fertig mahlt man die Leiterbahnen auf. Wer möchte kann auch seine Initalien auf die Platine schreiben. Überall wo jetzt der Lack von dem Edding ist wird nicht geätzt weil das Kupfer an diesen Stellen geschützt ist. Wenn man ein wenig fortgschrittener ist besteht auch die Möglichkeit Fotoempfindliche Platinen zu kaufen. Dann wird eine am Computer auf Folie ausgedruckte Schaltung mit UV-Licht auf die Platine belichtet. Danach wird die Platine wie ein Foto entwickelt. Daher auch der Begriff "Gedruckte Schaltung" Für den Anfänger ist die Edding-Methode jedoch in den meisten Fällen allemal ausreichend.

Der Ätzvorgang
Klicken Sie auf das Bild um es zu vergrößern Nun kommt der entscheidende Schritt. Die Platine wird geätzt. Als Ätzbad empfiehlt sich eine flache, luftdicht verriegelbare Tupperdose aus Plastik. Auf diese Weise kann man das Ätzbad leicht irgendwo verstauen und bei Bedarf wieder hervorholen. Man füllt zuerst die Tupperdose mit etwas Wasser. Ein Wasserstand von 2 cm ist mehr als ausreichend. Auf der Dose mit dem Natriumpersulfat befindet sich in der Regel eine Dosieranleitung. Diese sollte man auch befolgen. Hat man also gemäß der Dosieranleitung ein par Teelöffel Natriumpersulfat in der Tupperdose versenkt rührt man mit einem Plastikstab so lange bis sich alles Natriumpersulfat im Wasser gelöst hat. Jetzt könnte man theoretisch die Platine schon ins Ätzbad geben. Allerdings ist die chemische Reaktion endotherm. Das heißt sie braucht Energie in Form von Wärme von außen. Man könnte sich jetzt im Fotobedarf eine Wärmeplatte kaufen oder man kann folgenden Trick anwenden. Das Ätzbad wird einfach für ein par Minuten in die Mikrowelle (natürlich ohne Platine!) gelegt und aufgewärmt. Danach wird die Platine reingelegt und das Ätzbad in einem mit Styropor isolierten Karton gelegt und abgewartet. Jetzt kann man in aller Ruhe einen Tee trinken gehen. Der Ätzvorgang dauert nämlich seine Zeit und je gesättigter und kälter das Bad wird um so länger dauert er. Nach einer halben Stunde sollte man schon Ergebnisse sehen können. Wenn alles weggeätzt wurde was weg soll dann kann man die Platine mit einer Plastikpinzette herausnehmen und abwaschen. Beachten Sie bitte das die Lösung jede Art von Metall angreift, achten Sie also darauf das sie nur mit nichtmetallischen Gegenständen im Ätzbad herumfurwerken. Hat man die Platine herausgefischt muss nur noch die Eddingfarbe mit Nagellackentferner entfernt werden und fertig ist die Platine und kann bestückt werden.

Fertig!
Klicken Sie auf das Bild um es zu vergrößern Der Aufwand hat sich gelohnt, die Leiterbahnen sind sauber geätzt. Mit einer Europlatine hätte man das nicht so sauber hinbekommen. Im Grunde sind die ersten Platinen die man ätzt richtige kleine Kunstwerke und eigentlich viel zu schade zum verbauen. Nebenbei bemerkt ist es eine schöne Geschenkidee ein Bild mit Edding auf eine Platine zu zeichnen und herauszuätzen. Mit ein bisschen Fantasie ist von einem in Kuperblech geätztes Fensterbild bis hin zu einer Ätzradierung in eine Kupferplatte alles möglich.

Ätzanlage in aktion:
Klicken Sie auf das Bild um es zu vergrößern In diesem Video sieht man meine selbstgebaute vollautomatische Ätzanlage. Mit dem Stelltrafo wird der Painterman (Grafitty Spielzeug aus den 90er Jahren) Kompressor geregelt der ständig Luft in das Ätzbad pumpt und es so umwälzt. Das Autobatterie-Ladegerät versorgt die Wärmeplatte mit Strom. Leider war ich bei dem Aufbau etwas vom Pech verfolgt, das Das Ladegerät hielt dem hohen Strom nicht stand und verabschiedete sich mit einem Duftgruß, auch der Painterman Kompressor geriet etwas ins Schwitzen, durch die herunterregelung wurde nämlich auch sein Kühlventilator heruntergeregelt. Na ja, man hats nicht leicht, die Platine war aber am Ende trotzdem ein voller Erfolg.

(c)2001-2015 Philipp Maier, Hohen Neuendorf