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Willkommen im Lab, dem Labor von Runningserver.com. Diese Seiten sollen ihnen Einblick in meine Arbeit verschaffen und zeigen was alles möglich ist und wie man Spaß mit Technik haben kann.

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Achtung, ein Teil der hier gezeigten Experimente ist nicht unbedingt ernst gemeint und teilweise lebensgefährlich, ich rate vom nachmachen bestimmter Experimente ab und hafte weder für etwaige Personenschäden oder Schäden die durch das nachmachen eines der hier gezeigten Experimente entstehen könnten.
The Lab - Omi´s Teletype

Omi muss auf die Datenautobahn:
Klicken Sie auf das Bild um es zu vergrößern Die Geschichte fing damit an das ich mir in einer schwachen Minute für sündhaft viel Geld ein ASR-33 Telytepe von Teletype Cooperation gekauft habe. Ich habe mir das Gerät direkt in unseren Club liefern lassen, es kam auf einer Europalette, eingewickelt in Plastikfolie. Als dreingabe gab es noch original Telex-Papier und Papertape dazu. Der ASR33 war allerdings völlig verölt, wahrscheinlich hat man ihn vor der Einlagerung noch mal richtig mit Öl übergossen. Das Problem mit dem Öl war jedoch schnell behoben. Leider zeigte sich bald das der Typenzylinder durch den Hammer der ihn gegen die Walze drückt beschädigt worden war. Dies ist ein bekanntes Problem bei Teletype-Maschinen. Für dieses Problem habe ich jedoch schon einige Ideen auf Lager. Viel interessanter erschien mir zunächst einmal eine vernünftige Anbindung an heute übliche Übertragungsstandarts zu schaffen - denn der ASR-33 ist ein Fernschreiber und Fernschreiber arbeiten nunmal mit 20mA Linenstrom. Ein Interface musste her. Herausgekommen ist "Omi´s Teletype". Diese seltsame Bezeichnung rührt von der Assoziation bezüglich des Bildes oben rechts her.

Was genau ist Linienstrom?:
Klicken Sie auf das Bild um es zu vergrößern Linienstrom (engl. Courrent Loop) bedeutet zunächst einmal nichts weiteres als eine Stromschleife zur Datenübertragung. Das Konzept ist hierbei sehr einfach: Wenn man eine Information, z.B. ein Byte, übertragen will öffnet und schließt man die Stromschleife in einem bestimmten Takt. Jemand anders an einer anderen stelle der Schleife kann, z.B. mit einer Lampe, die Information in Form von Lichtblitzen sehen. Man hat sich darauf geeinigt das eine geschlossen Stromschleife der Ruhezustand ist. Das macht auch Sinn denn so kann man mehrere Sendeteilnehmer in einer Stromschleife unterbringen. Bei einem Fernschreiber bedeutet das konkret das beim eintippen eines Zeichens der Strom in der Schleife in einem bestimmten Takt geöffnet und geschlossen wird. Für das Empfangen gilt das selbe. Wird vom Fernschreiber die Stromunterbrechnung bemerkt, wird er sie auswerten und das entsprechende Zeichen drucken. Die Unterbrechnung wird im übrigen bei den meisten Fernschreibern durch einen simplen Schalter realisiert. Der Empfänger ist meistens ein simpler Zugmagnet der die mechanik steuert. Die Taktraten werden durch die Drehzahl eines Motors erzeugt. Der Grund warum man Stromschleifen und keine Spannungspegel (Wie das bei RS232 ja der Fall ist) nimmt ist schnell erklärt: Man braucht sich nur vorstellen das mit Fernschreibern früher tausende von Kilometern überbrückt wurden. Bei solchen Kabellängen fällt der sonst vernachlässigbar kleine Spannungsfall über die Verbindungsleitung spürbar ins Gewicht. Und dann hat man es auch noch mit verschieden langen Kabeln zu tun. Je nach gewählter Verbindung ein anderer Leitungswiderstand und somit auch ein anderer Spannungsfall. Die Spannung scheidet also als Steuergröße schon mal aus - da bleibt nur noch der Strom. Also einigte man sich auf 20mA für Ruhezustand bzw. logische 0 und 0mA für logische 1. Mit einer entsprechenden Regelung wird jetzt dieser Strom konstant gehalten. Wird die Leitung länger und ihr Widerstand größer dann geht das Linienstromnetzteil mit der Spannung hoch und presst sozusagen den Strom durch die Leitung. Da heutzutage weite Strecken mit anderen Methoden überbrückt werden und unsere Fernschreiber meist an einer sehr kurzen Stromschleife hängen ist der Leitungswiderstand wieder vernachlässigbar klein, wir können den Linenstrom einfach mit einem Widerstand konstant einstellen und auf eine Konstantstromregelung verzichten.

Die Interfaceplatine:
Klicken Sie auf das Bild um es zu vergrößern Um bei meinem ASR-33 an eine RS232 Schnittstelle anschließen zu können benötigte ich ein Interface. Außerdem nervte mich das der Motor ständig lief, auch wenn gerade keine Datenübertragung stattfand. Deshalb baute ich meinem Interface gleich noch eine Motor-Standby-Schaltung mit ein. Das Interface kommt komplett ohne Mikrocontroller aus und ist an sich für alle Arten von Fernschreibern geeignet bei denen die Stromschleifen für Druckwerk und Tastatur getrennt herausgeführt sind (Full duplex). Der Linenstrom wird also für Sender und Empfänger getrennt durch einen 150 Ohm Widerstand mit 5V erzeugt. Hier sollte vor Verwendung allerdings die Impedanz des Fernschreibers überpfüft werden, ist diese nämlich zu hoch flißen die erforderlichen 20mA nicht. Testen kann man das sehr einfach, schließt den Fernschreiber über einen 150 Ohm Widerstand an 5V an und misst nach ob c.a 20mA fließen. In jedem Kreis befindet sich ein Optokoppler, welcher die Stromschleife entkoppelt und sie zunächst auf TTL-Pegel bringt. Das ganze wird noch einmal durch einen RS232 Transreciver geschickt der die +/-12V Pegel generiert. Die Motor-Standby-Schaltung besteht aus nichts geringerem als einem NE555, der als Komperator arbeitet und mit einer R/C-Kombination die Nachlaufzeit misst. Die Schaltung bringt auch ein eigenes Netzteil mit, Spannungsregler, Gleichrichtung und Glättung sind bereits erledigt. Man benötigt, sofern man nicht igrendwo 12-24V abgreifen kann allerdings noch einen Trafo. Bei meinem ASR-33 habe ich glücklicherweise noch zwei freie 14VAC führende Windungen an einem Trafo gefunden. Wer den Motor-Standby nicht benötigt kann sämtliche dafür benötigten Bauteile weglassen. Allerdings müssen alle Drahtbrücken bestückt werden! Als Tip: Drahtbrücken können in Form von isolierter Litze oder Fädeldraht an der Unterseite der Platine angebracht werden, das erspart einem das bohren. Die Platine ist sehr Anfängerfreundlich, kein SMD, leicht zu ätzen da ca. 1mm dicke, klar von einander getrennte Leiterbahnen und leichte Inbetriebnahme. Bei der Inbetriebnahme sollte man in folgender Reihenfolge vorgehen: Netzteil bestücken, messen ob wirklich 5V herauskommen, RS232<==>20mA Interface bestücken, am RS232 Ausgang kurzschließen und testen ob man am Fernschreiber mit sich selbst reden kann, dann Nachlaufschaltung bestücken und testen. Übrigens: Die Bezeichnungen RX+/RX- an der Platine meinen die Anschlüsse aus Fernschreibersicht. Der RX vom Fernschreiber muss also an den RX der Platine angeschlossen werden, nicht über Kreutz!. Das Layout kann hier herungergeladen werden. Die Eagle-Dateien sind mit dabei, wer kein Eagle hat kann die PS bzw. EPS Dateien ausdrucken und direkt ätzen. Änderungen und Weitergabe nach den Regeln der GNU-GPL V2.0 sind erlaubt und auch erwünscht.

Download - Omi´s Teletype

Links zum Thema:
Klicken Sie auf das Bild um es zu vergrößern Wer jetzt auf den Geschmack gekommen ist und mal ein bisschen Fernschreiben will, für den habe ich hier noch ein par weiterführende Links zusammengestellt. Fernschreibfreunde kann man übrigens im TelexPhone-Netz treffen, das ist ein von Privatleuten über das Telefonnetz betriebenes Fernschreibnetz.

teleprinter.net - Das Telexphone Netz
baudot.net - Infos zu Fernschreibern
horter.de - Verkauft Linenstrominterfaces

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