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In meiner Freizeit beschÀftige ich mich viel mit Elektronik, Technik und GerÀten. Hier auf meinen Laborseiten stelle ich die Ergebnisse meine Projekte vor.

Wenn Sie noch Fragen zu den hier gezeigten Dingen haben schreiben sie mir einfach eine Email. Diese Seiten befinden sich zur Zeit noch im Aufbau (Wird auch niemals fertig werden, keine Sorge...)

Bitte Beachten Sie auch die Hindweise in Faq und Impressum bevor Sie sich die Programme herunterladen.

Achtung, die hier gezeigten Experimente und Basteleien sind lebensgefĂ€hrlich und richten sich ausschließlich an Fachleute mit entsprechender Sachkenntnis. Das hier gezeigte erfordert einen sicheren Umgang mit Hochspannung, Strom, Lasern und Giftstoffen. Die Warnung ist ernst gemeint und ich hafte weder fĂŒr PersonenschĂ€den oder SachschĂ€den!
The Lab - Open VMS Installationsanleitung

OpenVMS - Ein Betriebsystem das keiner kennt:
Klicken Sie auf das Bild um es zu vergrĂ¶ĂŸern OpenVMS ist ein ganz besonders Betriebsystem. Entwickelt wurde es von DEC gegen Ende der 70er Jahre. Damit ist es ungefĂ€hr zeitglich (eigentlich ein kleines bisschen frĂŒher) mit Unix entstanden. Das PrĂ€fix "Open" kam hinzu als DEC seinerzeit VMS Posix-kompatibilitĂ€t hinzugefĂŒgt hat. VMS (Virtual Memory System) wurde speziell fĂŒr die damals sehr neuen VAX-Computer (Vax steht fĂŒr Virtual Adress eXtension) entwickelt, spĂ€ter dann auf die Alpha-Architektur portiert und ist seit kurzem auch fĂŒr die neue Itanium-Plattform verfĂŒgbar. Eine Sache die VMS so besonders macht ist das es trotz seiner teilweise noch ungeschlagenen Features eigentlich Tod ist und Unix den Markt fĂŒr hochverfĂŒgbarkeitssysteme dominiert. Aber dennoch wird VMS weiterentwickelt und sogar auf neue Plattformen portiert weil zum einen multimillionen Dollar WartungsvertrĂ€ge im Spiel sind und weil einige Firmen VMS-basierte Anwendungen fahren deren reimplemenation auf einem anderen System ungehĂ€uer teuer wĂ€hre. Das ist der Grund warum VMS kĂŒnstlich am Leben erhalten wird. Und dennoch, im Grunde ist es eines der tollsten Betriebsysteme die es je gab. Wer das pinible und komplizierte liebt, der wird auch VMS lieben. Zum Ausprobieren benötigt man entweder eine Vax, Alpha, Itanium oder einen Emulator (z.B.: Simh) Emulationen haben mich nie gereizt, nichts geht ĂŒber das Knattern und die HochlaufgerĂ€usche von DSSI-Festplatten in einer VAX. Dieses Howto richtet sich in erster Linie an VAX-Neulinge die VMS noch nie vorher gesehen bzw. benutzt haben.

Inbetriebnahme der VAX:
Klicken Sie auf das Bild um es zu vergrĂ¶ĂŸern ZunĂ€chst mus das Zielsystem ordnungsgemĂ€ĂŸ in Betrieb genommen werden. Wichtig ist das eines der an das System angeschlossenen GerĂ€te ein Installationsmedium enthĂ€lt. Im Normalfall wird das ein ĂŒber SCSI angeschlossenes CD-ROM-Laufwerk sein. Wenn es sich um ein CD-Laufwerk handelt muss dieses unbedingt in den 512k-Block-Modus gejumpert sein, ansonsten wird VMS nicht booten. Man schalte die VAX also ein, das System wird einen Selbsttest abfahren, dabei sollte man darauf achten das dieser Selbsttest ohne Fehler durchlĂ€uft und die VAX sich mit dem Chevron-Prompt ">>>" meldet. Bei den großen VAX-Computern lassen sich die Festplatten abschalten, es sollte in jedem Fall kontrolliert werden ob die Platte auf die installiert werden soll auch eingeschaltet ist und auch nicht schreibgeschĂŒtzt ist. Um sich davon zu ĂŒberzeugen das alles richtig angeschlossen ist und funktioniert gibt man testweise SHOW DEVICES am Chevron Prompt ein. Dann mĂŒssen alle relevanten Laufwerke gelistet werden, auch das CD-Rom Laufwerk muss hier erscheinen! Auf diese Weise findet man auch heraus wie die GerĂ€te heißen. Man notiere sich deren Namen sorgfĂ€ltig. Im exemplarischen Fall heißt das CD-ROM-Laufwerk "DKA500" und die Festplatte "DIA0". Jetzt ist es Zeit die Installations-CD zu booten. Das geschied mit dem Befehl BOOT DKA500. Jetzt mĂŒssten Zugriffe auf das CD-Laufwerk zu registrieren sein und das VMS-Betriebsystem auf der CD gebootet werden.

Einspielen des Savesets:
Klicken Sie auf das Bild um es zu vergrĂ¶ĂŸern VMS wird auf eine sehr pfiffige Art und Weise installiert. Im Grunde ist die Installations CD eine Live-CD von der aus sĂ€mtliche Installationsdateien, das sogenannte "Saveset" mit dem Programm BACKUP auf die Zielfestplatte kopiert werden. Dnach startet man das System von der Zielfestplatte neu und das eigentliche Setup beginnt. Wenn man die Installations-CD gebootet hat wird von ihr erstmal ein minimales Betriebsystem gestartet. Das Betriebsystem fragt zunĂ€chst aktuelle Urzeit und Datum ab. Danach wird der Systemstart weiter ausgefĂŒhrt und die verfĂŒgbaren Laufwerke ermittelt. Hier mĂŒssen unser CD-Laufwerk und natĂŒrlich die Zielfestplatte mit aufgelistet werden. Es kann sein das einzelne Laufwerksnamen ein PrĂ€fix erhalten. Wenn wir genau hinsehen, merken wir das unsere Festplatte DIA0 als $1$DIA0 erkannt wurde. Diesen Namen behalten wir im Hinterkopf und bestĂ€tigen die Meldung in dem wir "yes" eingeben. Danach landen wir unmittelbar in einer Systemshell die durch ein "$"-Zeichen gekennzeichnet ist. Nun gebe man folgende Befehlzeile ein: backup /image dka500:vms073.b /save_set $1$dia0: Das Backup Programm wird nun alle nötigen Dateien auf die Festplatte schreiben und sich auch um Bootsektoren usw. kĂŒmmern. Und nun zum VerstĂ€ndnis: Wir rufen hier das Programm BACKUP mit der Option /IMAGE auf, die bewirkt das die Festplatte neu formatiert wird. DKA500 ist unser CD-Rom laufwerk, also die Quelle. vms073.b ist das Label es Setupvolumes. Hier installieren wir die Version 7.3, bei jeder anderen Version lautet das Label analog. $1$DIA0 ist die Zielfestplatte. Es ist unheimilich wichtig das der Doppelpunkt am Ende auch mit eingegeben wird, da ansonsten der Befehl abgewiesen wird. Wenn man sich den Screenshot noch einmal genau ansieht, dann sieht man was passiert wenn man nicht $1$DIA0, sondern nur DIA0 angibt. An solechen Sachen sieht man wie tĂŒckisch manche VMS-Befehle sind. Wenn das Backup-Programm mit dem kopieren des Savesets fertig ist wird es fragen ob es noch eine weiteres Backup wieder einspielen soll, diese Frage brauchen wir gar nicht mehr zu beantworten, wir drĂŒcken einfach die Halt-Taste und sind wieder im Chevron Promt. Wir können nun das eigentliche Setup starten in dem wir mit BOOT DIA0 von der Zielfestplatte starten.

Abschließen des Setups:
Klicken Sie auf das Bild um es zu vergrĂ¶ĂŸern Hat man von der Zielfestplatte gebootet beginnt die Installation des Systems. Die Installationsroutine ist interaktiv und an sich keine große Sache. Das komplizierteste haben wir mit dem einspielen des Savesets bereits gemeistert. Es erscheint der Eröffnungsbildschirm des Installationsprogrammes und man wird natĂŒrlich wieder nach Datum und Urzeit gefragt, eventuell sogar zweimal. Danach erscheinen erstmal ein par Opcom (Vergleichbar mit Syslog unter Unix) Nachrichten, insbesondere wird man auf fehlende Lizenzen aufmerksam gemacht bis das System dann fragt wie denn die Systemfestplatte heißen soll. Das Setup gibt hier den Namen "OPENVMSVAXSYS" vor. Wir können diesen Namen getrost mit Enter bestĂ€tigen, mĂŒssen aber im Hinterkopf behalten das, falls wir irgendwann mal einen VMS-Cluster aufbauen wollen, jede Systemfestplatte einen clusterweit eindeutigen Namen benötigt. SpĂ€testens bei der nĂ€chsten Vax mĂŒssen wir dann also etwas kreativer sein. Unmittelbar danach werden wir nach dem Namen des Laufwerks mit dem Installationsvolume gefragt. Das ist hier natĂŒrlich das CD-ROM Laufwerk und die Bezeichnung dafĂŒr war bei uns dka500. Da das System nun auf die CD zugreifen möchte fragt es uns ob das Medium fĂŒr den Zugriff bereit ist. Wenn die CD schon aus dem Laufwerk genommen wurde ist das jetzt der Zeitpunkt sie wieder einzulegen. Wenn alles bereit ist bestĂ€tigen wir die Meldung mit "y". Nun kommt ein etwas spannenderer Teil der Installation. Das System möchte wissen ob bestimmte optionale Softwarekomponenten installiert werden sollen. Es erscheint zunĂ€chst eine Liste mit den optionalen Komponenten die dann direkt darauf wieder per Frage-und-Antwortspiel abgefragt werden. Installiert werden sollte die Library, die Optional-files und die Hilfe. Dinge wie Dec-Windows machen nur Sinn wenn das System auch eine Grafikkarte hat, das ist bei den großen VAX-Systemen eher nicht der Fall. Auch die PC-Management tools braucht man nicht zu installieren, ein richtiger VMS-Operator steuert sein System natĂŒrlich von der Operator Console. Wenn wir mit den optionalen Komponenten fertig sind fragt das System welche Netzwerksysteme installiert werden sollen. Es stehen zwei zur Auswahl: DECNET Phase IV und DECNET Plus. Ich habe hier erstmal beide abgelehnt da man das Netzwerk spĂ€ter immernoch konfigurieren kann. Wer allerdings hier schon mal vorgreifen will der sollte DECNET Plus installieren, denn DECNET Plus beherrscht TCP/IP und da heutzutage nahezu alle Netze damit laufen können wir uns auch nicht fĂŒr etwas anderes entscheiden. Jetzt fragt und das System noch einmal ob alles korrekt ist. Wir bestĂ€tigen und das System legt mit der Installation der optionalen Komponenten los. Jetzt können wir uns erstmal Kaffee machen oder aufs Klo gehen denn das Setup braucht eine Weile. Ist die installation der optionalen Komponenten abgeschlossen werden wir nach Passörtern fĂŒr den User SYSTEM, SYSTEST und FIELD gefragt. SYSTEM ist der Systemadministrator, FIELD ist das Fieldservice Passwort. Man muss vor Augen haben das VAX-Systeme in der Regel sehr große Rechenanlagen waren die mit mit samt Wartungsvertrag verkauft wurden. Field ist also das Servicetechnikerpasswort. Der nĂ€chste Schritt besteht darin einen SCS-Nodenamen festzulegen. Das ist soetwas wie ein Hostname, bezieht sich aber nur auf den VMS-Cluster. Dieser SCS-Nodename darf maximal nur 6 Zeichen lang sein. An dem Screenshot sieht man das es auf Anhieb nicht ganz einfach ist einen gĂŒltigen Namen zu wĂ€hlen. Namen die nicht den Anforderungen entsprehcen werden eiskalt abgewisen. Dann wird noch eine SCS-SystemID abgefragt. Auch hier das gleiche Spiel: Es ist eine clusterweit eindeutige Zahl zwischen 1025 und 65535 gefragt. Alles andere wird abgewisen. Ich habe einfach 1025 genommen. Dann werden freundlich gefragt ob wir einen LizenzschlĂŒssel eingeben möchten. Wir lehnen zunĂ€chst einmal dankend ab. Um Lizenzen bemĂŒhen wir uns spĂ€ter. Der letzte Schritt ist das einstellen der Zeitzohne und das festlegen der Einstellungen fĂŒr Sommer und Winterzeit. Der erste Schritt ist noch einfach, die Zeitzone ist gefragt. VMS bietet eine Reihe von Zeitzonen an. Man gibt einfach die Nummer der entsprechenden Zeitzone an. Ich habe mich fĂŒr 20, also fĂŒr MET entschieden. Nach der Eingabe werden wir nochmal gefragt ob die Zeitzohneneinstellung korrekt ist. Wir bestĂ€tigen mit "y". Jetzt kommt die Einstellung fĂŒr die Daylight-Saving, also die Einstellung fĂŒr das Umschalten zwischen Sommer und Winterzeit. Das ganze scheint etwas merkwĂŒrdig zu sein, den obwohl ich "n" eingegeben habe um die Konfiguration abzulehnen fragt mich das Setup als sei nichts gewesen nach dem Time differential factor. Nun gut. Die Standarteinstellung von einer Stunde passt ja ganz gut zu Deutschland. NatĂŒrlich wird nocheinmal abgefagt ob die Angeben richtig sind. Man bestĂ€tige mit "y". Dann werden die Einstellungen gespeichert und das System fĂ€hrt sich herunter. Beim nĂ€chsten Booten erscheint die ersehnte Meldung die einem bestĂ€tigt das das VMS jetzt erfolgreich installiert wurde und das System fĂ€hrt weiter hoch. Es ist nun betriebsbereit und man kann sich als SYSTEM einloggen. Der Login-Prompt erscheint sobald man einmal kurz Enter gedrĂŒckt hat.

Lizensierung:
Klicken Sie auf das Bild um es zu vergrĂ¶ĂŸern Man kann sich zwar auch ohne Lizenz in VMS etwas umschauen, doch das System ist nur sehr eingeschrĂ€nkt nutzbar, es gibt kein Netzwerk (WofĂŒr man ĂŒbrigens auch eine eigene Lizenz benötigt) man kann keine Programme installieren und die Anzahl der Logins ist auch noch limitiert. Man muss sich also ersteinmal um eine sogenannte "VAX-VMS" Lizenz bemĂŒhen. FĂŒr Hobbyisten sind Lizenzen glĂŒcklicherweise kostenlos und können ĂŒber das OpenVMS-Hobbyist Programm von Montagar Software Concepts (http://www.montagar.com/) beantragt werden. Vorrausetzung ist allerdings das man bereits Mitglied in der HP User Society bzw. Decus MĂŒnchen e.V. (http://www.decus.de/) ist. Noch ein geschichtlicher Hinweis am Rande: Das Decus-Logo das einer Schraubenmutter Ă€hnelt ist ein stilisierter PDP-1 Vektorbildschirm. Da Montagar bzw. Decus Lizenzen nahezu kostenlos sind, sind sie eine sehr gute Möglichkeit OpenVMS als Hobbybastler legal zu betreiben. Allerdings hat die Lizensierung noch einen technischen Aspekt. Denn die Lizenzen mĂŒssen in das System ja irgendwie eingegeben werden. Das geschied mit dem Befehl "LICENSE" Welcher wie folgt eingegeben wird: "LICENSE REGISTER VAX-VMS /ISSUER=xxx /AUTORISATION=yyy /PRODUCER=zzz /UNITS=n /AVAILABILITY=m /OPTIONS=ooo /CHECKSUM=n-aaaa-bbbb-cccc-dddd Danach ist die Lizenz zunĂ€chst einmal im System eingetragen, aber noch nicht aktiv. Aktiviert wird sie erst mit dem Befehl "LICENSE LOAD VAX-VMS" Jetzt ist die Lizenz aktiv und wir können unser frisch installiertes VMS benutzen.

Links zum Thema:
Klicken Sie auf das Bild um es zu vergrĂ¶ĂŸern Es gibt noch ein par weitere Installations und Konfigurationsanleitungen im Netz. Eine sehr gute und detailierte Anleitung in der sogar die Installation von TCP/IP erklĂ€rt wird findet man unter:http://www.wherry.com/gadgets/retrocomputing/vax-simh.html Man wird aber auf lange Sicht nicht daraum herumkommen sich Literatur ĂŒber das Thema VMS zuzulegen. Denn VMS ist schon ein sehr abgefahrenes Betriebsystem bei dem fast nichts so ist wie wir es von den zahlreichen Unix-Systemen gewohnt sind.

Tip: Schau dir doch auch mal meine Computersammlung an!
(c)2001-2018 Philipp Maier, Hohen Neuendorf