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Info:
In meiner Freizeit beschÀftige ich mich viel mit Elektronik, Technik und GerÀten. Hier auf meinen Laborseiten stelle ich die Ergebnisse meine Projekte vor.

Wenn Sie noch Fragen zu den hier gezeigten Dingen haben schreiben sie mir einfach eine Email. Diese Seiten befinden sich zur Zeit noch im Aufbau (Wird auch niemals fertig werden, keine Sorge...)

Bitte Beachten Sie auch die Hindweise in Faq und Impressum bevor Sie sich die Programme herunterladen.

Achtung, die hier gezeigten Experimente und Basteleien sind lebensgefĂ€hrlich und richten sich ausschließlich an Fachleute mit entsprechender Sachkenntnis. Das hier gezeigte erfordert einen sicheren Umgang mit Hochspannung, Strom, Lasern und Giftstoffen. Die Warnung ist ernst gemeint und ich hafte weder fĂŒr PersonenschĂ€den oder SachschĂ€den!
The Lab - L-Band Empfang mit kommerziellen Antennen

Die Idee:
Klicken Sie auf das Bild um es zu vergrĂ¶ĂŸern FĂŒr Funkamateure und HF-Bastler ist das L-Band von großen Interesse, denn es gibt da einiges zum Forschen und Spielen. Da ich, was das designen und bauen von Antennen anbelangt, zwei linke HĂ€nde habe, habe ich mal versucht ob man nicht auch bereits existierende Hardware zum Empfang der L-Band-Signale verwenden kann. Ich habe mir also ĂŒber Online-Auktionen ein wenig alten Satelitentelefon-Schrott besorgt. Konkret handelt es sich dabei um Inmarsat-Hardware fĂŒr die Netze Inmarsat-C, Inmarsat-M bzw. M4/GAN und RBgan Die beiden letzteren sind zunĂ€chst am interessantesten, denn Inmarsat wird uns Bastlern im September 2014 ein besonderes Geschenk machen, dann nĂ€mlich werden nĂ€mlich die Dienste M und M4/GAN abgeschaltet und damit eine Menge Satellitenanlagen unbrauchbar sein. Man darf also davon ausgehen das der Schrott dann in Online-auktionen an Bastler verhökert wird. Momentan muss man allerdings noch so 200-300 Euro fĂŒr ein Inmarsat-M GerĂ€t hinblĂ€ttern. Selbst wenn man nur LNA+Antenne nutzen will ist das gemessen an der guten QualitĂ€t der Bauteile immer noch nicht besonders teuer. Wie auch immer, ich habe mir ein einige der alten GerĂ€te angeschaut und werde sie euch mal kurz vorstellen:

Der Pod:
Klicken Sie auf das Bild um es zu vergrĂ¶ĂŸern Der Pod ist von der Firma Nec und ist eine klassische Inmarsat-C Antenne. Die Antenne ist ein exzellentes StĂŒck HF-Hardware und wirklich zu empfehlen. Unter dem Radom befindet sich eine nicht allzulange Helix-Antenne mit omnidirektionaler Characteristik. LNA und Endstufe sind im Antennenfuß integriert und werden ĂŒber das Antennenkabel phantomgespeist. Also nur noch anschließen, Bias-Tee dran und los geht’s. Praktisch sind auch die auf einem zweiten Stecker getrennt herausgefĂŒhrten Steuersignale – nur fĂŒr den Fall das man auch mal etwas senden möchte. FĂŒr den reinen Empfangsbetrieb kann man die Signale einfach unbeschaltet lassen. Der Pod ist in dem Buch mit dem reißerischen Titel „Satelitenspionage fĂŒr Insider“ von Christian Mass, Kinga Szentesi so wie auf uhf-satcom.com (siehe links) detailiert beschrieben. Laut Buch wurde der Empfangsteil der Antenne fĂŒr 1525-1550Mhz ausgelegt und lĂ€uft mit 18-25V. Der Autor meint aber es ginge auch ein 12,8V Netzteil. Ich habe es mit einem 12V Steckernetzteil probiert und es geht einwandfrei. Auf dem Spektrumanalyzer kann man den Arbeitsbereich der Antenne schön sehen. Auch auf dem RTLSDR treten die TrĂ€ger klar hervor. Wirklich nicht schlecht fĂŒr eine omnidirektionale Antenne!

Das HĂŒtchen:
Klicken Sie auf das Bild um es zu vergrĂ¶ĂŸern Diese Antenne ist in ihrer Funktion dem Pod ziemlich Ă€hnlich. Sie wurde von der Firma Thrane and Trane hergestellt. Auf der Schutzkappe ist „Sperry Marine“ aufgedruckt. Man muss dazu sagen das es sich hier um ein OEM-Produkt handelt. Thrane and Thrane verkauft nĂ€mlich auch viel Hardware an Reseller die dann nur noch ihr Logo aufdrucken. Die Hardware ist aber original Trane and Thrane Hardware ohne Modifikationen. Die Antenne die ich habe ist fĂŒr ein Land-Mobile gedacht. Das bedeutet das sie keine Funktionen fĂŒr GPS besetzt und damit nicht an einer maritimen Anlage betrieben werden kann bzw. sollte. Maritime Anlagen benötigen nĂ€mlich die GPS-Position fĂŒr GDMSS-Notrufe. Bei den Land-Mobiles gibt es diese Notruf-Funktion nicht. Wie auch immer. Auch diese Antenne ist leicht zu betreiben. Bias-Tee und fertig, Versorgungsspannung 14,2V. Es geht aber auch problemlos mit 12V. Es ist ohnehin davon auszugehen das bei phantom-gespeisten Antennen eine gewisse Spannungsreserve einkalkuliert ist um den Spannungsfall auf dem Kabel unter allen UmstĂ€nden kompensieren zu können. Auf dem Spektrumanalyzer sieht man auch hier nichts ungewöhnliches und auf dem RTLSDR ebenfalls nicht. Die Antenne liefert im wesentlichen die gleiche Performance wie der Pod.

Der Campingtisch:
Klicken Sie auf das Bild um es zu vergrĂ¶ĂŸern Das GerĂ€t habe ich mal von einem Freund fĂŒr einen Freundschaftspreis bekommen. Es war mein erstes Satellitentelefon und auch meine Einstiegsdroge auf dem Gebiet. Es handelt sich um ein M-GerĂ€t der Firma Thrane and Thrane. Genauer um ein Capsat 3032. Da die Antenne aussieht wie ein kleiner Klapptisch vom Camping habe ich dem GerĂ€t den Spitznamen "Campingtisch" gegeben. Es handelt sich um eine Flachantenne. Ich vermute mal das sie intern aus einem Array, vieler kleiner Patchantennen besteht. Solche Antennen haben eine Richtcharacteristik und mĂŒssen deshalb auf das Objekt der Begierde ausgerichtet werden. In meinem Fall (Europa) ist das "Inmarsat 3-F2" Beim Einschalten gibt das GerĂ€t die lustige Fehlermeldung "MIR Corrupt" aus. Ich habe das GerĂ€t damals gut durchanalysiert, serielle-debug-console gefunden, roms-gedumped, debug-passwort gefunden... was man als Student in seiner Sturm und Drang Zeit halt so macht. Aber das soll hier mal nicht so sehr das Thema sein, vor allem weil dieses Wissen bald sowieso wertlos ist. Werfen wir doch lieber mal einen Blick in die Antenne, diese habe ich nĂ€mlich sorgfĂ€ltig ausgesĂ€gt. Ich wollte damals das Signal von der Antenne noch vor dem Diplexer abgreifen um direkt meine eigenen LNAs anzuschließen. Außerdem kann ich so umgekehrt auch eigene Antennen an das bereits bestehende VerstĂ€rkersystem anschließen. Es sei allerdings gesagt das die integrierten VerstĂ€rker auch sehr gut arbeiten und der Mod eigentlich unnötig ist. Man kann die Antenne wie die beiden ersten einfach an ein Bias-Tee anschließen und mit einem Steckernetzteil betreiben. Die Bias-Spannung betrĂ€gt 12V (Gemessen 11,57). Am anderen Ende vom Bias-Tee schließt man einfach einen EmpfĂ€nger an – fertig. Die Messdaten sind ĂŒberzeugend. Sowol auf dem Spektrumanalyzer, als auch auf dem RTLSDR zeigt sich ein satter Gewinn. Der Vorteil von Richtantennen ist, dass per-se schon einmal eine Menge ungewollter Signale auf Grund der Richtcharakteristik wegfĂ€llt. Hinzu kommt dann noch der Antennengewinn. Es kann aber auch manchmal ganz schön nerven mit einer Tunnelblick-Antenne ein Signal zu suchen von dem man noch nicht so genau weiß wo es eigentlich herkommt. Bei Satelliten ist die Position aber in der Regel bekannt. Aber man sieht schon: Auf den Anwendungsfall kommt es an.

Capsat 3080A:
Klicken Sie auf das Bild um es zu vergrĂ¶ĂŸern Dieses GerĂ€t ist mein ganzer Stolz. Es ist das eingangs schon erwĂ€hnte M4 GAN-Terminal. Mit seiner großen, flachen Faltantenne ist es eine echte technische Schönheit. Die Antenne ist sehr kompakt und passt wenn sie zusammengefaltet ist in einen Rucksack. LNA+Endstufe befinden sich im Antennenfuß. Das GerĂ€t ist wie mein erstes Satphone von Thrane and Thrane. Eigentlich ein recht modernes GerĂ€t, allerdings auch von der Abschaltung betroffen und damit sehr bald zum Telefonieren nicht mehr zu gebrauchen. Aber wer will schon telefonieren?... ;-) Die Antenne lĂ€sst sich genauso wie beim Capsat 3032 ĂŒber ein Bias-Tee an ein Netzteil anschließen und ohne weiteres betreiben. Allerdings ist die Versorgungsspannung hier etwas höher, sie betrĂ€gt diesmal 28V. Zum Empfangen braucht die Antenne nur (!) 40mA. Mit etwas Geschick ist es auch möglich sich die Versorgungsspannung an der Netzteil-Platine in der Telefoneinheit anzugreifen. Der Vorteil ist, dass man dann die Telefoneinheit als portable Stromversorgung nutzen kann. Allerdings gibt es ein Problem. Fehlt die Antenne, schaltet das Telefon die Versorgungsspannung kurz ein und dann wieder aus. Dieses Problem lĂ€sst sich aber leicht beheben. Auf der Netzteil-Platine ist ein Mikrocontroller. Wenn man dort den entsprechenden Pin (Sucht mal selber ;-) ablötet und hoch biegt, kann der Controller die Spannung nicht mehr steuern und man hat dauerhaft die 28V zur VerfĂŒgung so lange das Telefon eingeschaltet ist. Wird das Telefon abgeschaltet sind auch die 28V aus - Perfekt! Das nĂ€chste Problem ist das sich das Telefon nach einiger Zeit selbst komplett abschaltet wenn es die Antenne nicht findet. Dies kann man aber auch umgehen in dem man das Telefon in den ISDN-Modus schaltet. Dieser Modus soll ĂŒbrigens angeblich dazu dienen die Telefoneinheit als regulĂ€res ISDN-Telefon betreiben zu können. Bei mir crasht jedoch immer die Firmware sobald ich das ISDN-Kabel anschließe. Im ĂŒbrigen kann man sowohl beim 3032, als auch beim 3080 die integrierte Ausrichthilfe nutzen um die Antenne auf den Inmarsat Satelliten auszurichten. Allerdings wird es mit dieser Funktion ab September 2014 wohl auch vorbei sein. Auf dem Spektrumanalyzer sieht man das die Antenne das Rauschen stark unterdrĂŒckt. Es ist nur ein minimaler Anstieg des Rauschteppiches zu beobachten. Auf dem RTLSDR sieht die Antenne im Vergleich zum 3032 ungefĂ€hr gleich aus. Beide Antennen sind nachrichtentschnische Meisterwerke und liefern eine exzellente Performance. Bemerkenswert finde ich das von den beiden klappbaren AntennenflĂŒgeln keine Kabel oder Kontakte zum Mittelteil gibt. An den Seiten der FlĂŒgel findet man jedoch etwas Alientechnologie.

Das Quietscheentchen:
Klicken Sie auf das Bild um es zu vergrĂ¶ĂŸern Das Hughes 9101 taucht hin und wieder mal in Online-auktionen auf. Auch ich habe mal so ein Ding ersteigert. Ich nenne das GerĂ€t „Quietscheentchen“ weil es irgendwie nach einem Badespielzeug aussieht und es tatsĂ€chlich ein wenig zischt wenn man seine Antenne drĂŒckt. Mein GerĂ€t ist fĂŒr den ominösen und lĂ€ngst abgeschalteten Inmasat-Dienst „Regional Bgan“. Ich habe das Modem untersucht und wirklich mein bestes gegeben, aber alles was ich aus dem Ding rausbekommen habe war Signalschrott und Rauschen. Irgendwann habe ich dann zu viel gekriegt und die Antenne mit einem Dremel ausgesĂ€gt. Ich dachte mir, bevor ich das Teil in die Tonne kloppe hole ich mir lieber noch die Antenne aus dem Deckel. Als ich den Deckel dann offen hatte, hat es mir echt die Sprache verschlagen. Sowas habe ich lange nicht mehr gesehen. Es wurden nur die billigsten Materialien verwendet: Styropor und Alufolie. Bei so einer Anwendung hĂ€tte ich mindestens eine geĂ€tzte Platine erwartet. Diese Antenne ist ein Witz! Wer es nicht glaubt, der kann sich hier selbst ein Bild machen. Mag sein das es sich um ein Low-End-GerĂ€t handelt, mag auch sein das die Antenne fĂŒr den Anwendungsfall ausgereicht hat, fĂŒr Funk-Experimente ist sowas allerdings nicht zu gebrauchen – Tonne!

Schlussbemerkung:
Klicken Sie auf das Bild um es zu vergrĂ¶ĂŸern Die Vorgehensweise ist immer die gleiche. Bei GerĂ€ten bei denen die Antenne extern angeschlossen ist, ist sinnvollerweise auch der LNA und auch der Diplexer mit Endstufe integriert. Die Steuerung erfolgt in seltenen FĂ€llen (Pod) durch ein zusĂ€tzliches Kabel. Meistens ist es jedoch so das ein niederfrequenter zusĂ€tzlicher TrĂ€ger dazu genutzt wird Steuersignale zu ĂŒbertragen. Alle externen Antennen die ich getestet habe konnten ohne weiteres mit einem Labornetzteil und einem Bias-Tee betrieben werden. Es sollte ĂŒbrigens nicht unerwĂ€hnt bleiben das die Antennen Links-ZirkulĂ€r polarisiert sind. Bei dem Pod und dem HĂŒtchen könnte man im Zweifel das Antennenelement tauschen. Bei den GerĂ€ten mit Flachantennen geht das nicht so einfach. Mir ging es bei dieser kleinen GegenĂŒberstellung darum die Möglichkeiten aufzuzeigen, die bereits existierende Antennen bieten und anderen Bastlern eine Orientierung zu geben, welche Antennen quasi „known to work“ sind. Die Antennen die ich getestet habe waren im ĂŒbrigen, vom Quietscheentchen mal abgesehen, von der EmpfangsqualitĂ€t her allesamt exzellent. Es handelt sich bei Satelitentelefonschrott wirklich um absoluten Edelschrott - also nicht wegwerfen!

uhf-satcom.com/lband - Infos zum Pod und mehr
de.wikipedia.org - Was ist Bgan?
satellitenwelt.de/inmarsat.htm - Informativer Artikel ĂŒber Inmarsat C
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