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Info:
In meiner Freizeit beschäftige ich mich viel mit Elektronik, Technik und Geräten. Hier auf meinen Laborseiten stelle ich die Ergebnisse meine Projekte vor.

Wenn Sie noch Fragen zu den hier gezeigten Dingen haben schreiben sie mir einfach eine Email. Diese Seiten befinden sich zur Zeit noch im Aufbau (Wird auch niemals fertig werden, keine Sorge...)

Bitte Beachten Sie auch die Hindweise in Faq und Impressum bevor Sie sich die Programme herunterladen.

Achtung, die hier gezeigten Experimente und Basteleien sind lebensgef√§hrlich und richten sich ausschlie√ülich an Fachleute mit entsprechender Sachkenntnis. Das hier gezeigte erfordert einen sicheren Umgang mit Hochspannung, Strom, Lasern und Giftstoffen. Die Warnung ist ernst gemeint und ich hafte weder f√ľr Personensch√§den oder Sachsch√§den!
The Lab - Kolophoniumkomb√ľse

Die Kolophoniumkomb√ľse:
Klicken Sie auf das Bild um es zu vergr√∂√üern Die Kolophoniumkomb√ľse ist ein Ger√§t zum √Ėffnen von Microchips, das ohne hochgiftige Chemikalien (z. B. rauchende Salpeters√§ure) auskommt. Im Wesentlichen handelt es sich bei dem Ger√§t um einen Abzug mit einer Kochplatte. Das Kolophonium wird zusammen mit dem zu √∂ffnenden IC auf der Herdplatte zum kochen gebracht. Die im Kolophonium enthaltene Abietins√§ure beginnt dann das IC-Geh√§use anzugreifen und l√∂st es schlie√ülich auf. Zur√ľck bleibt der Chip und ein paar metallische Reste, welche nach dem Erkalten mit Aceton aus dem Kolophonium herausgel√∂st werden k√∂nnen. Die Idee f√ľr ein solches Ger√§t kam mir als ich ein Industriepraktiukm in einer Sicherheitsfirma gemacht habe. Dort wurde das Verfahren urspr√ľnglich mit einem Spiritusbrenner und einem Reagenzglas durchgef√ľhrt. Durch die Kolophoniumkomb√ľse konnte der Prozess im Bezug auf Komfort und Geschwindigkeit erheblich optimiert werden.

√úberblick:
Klicken Sie auf das Bild um es zu vergr√∂√üern Die Kolophoniumkomb√ľse besteht aus einem Winkel aus Holz, an dem der L√ľfter angeschraubt und die Halterung f√ľr die Elektronik und den Abluftschlauch angebracht sind. Zus√§tzlich existiert noch ein kleines Loch als optionaler Zugang, z.B. f√ľr elektronische Thermometer. An den Winkel wird ein altes Aquarium gestellt, bei dem eine Seite herausgenommen wurde. Die herausgenommene Seite wird als Bodenplatte und Halterung verwendet. Wichtig ist, dass man die Bodenplatte fl√§chig mit Silikon verklebt, da sie mit hoher Wahrscheinlichkeit durch die Hitze rei√üen wird. Es ist auf jeden Fall zu empfehlen, zus√§tzlich noch eine Fliese aufzukleben. F√ľr die n√∂tige Dichtigkeit zwischen Aquarium und Holzplatte sorgt Schaumstoffklebeband, welches man auch zum Isolieren von undichten Fenstern verwendet. Um die Sache abzurunden, befindet sich im Inneren noch ein Kaltger√§testecker (zugegebenerma√üen nicht ganz geeignet), an dem die Herdplatte angeschlossen wird. Die Elektronik im hinteren Teil besteht aus zwei Schaltern und einer PWM-Schaltung zur Regelung der Heizleistung, die auf einem Mikrocontroller basiert. Die Schalter sind so verdrahtet, dass die Herdplatte nicht eingeschaltet werden kann, wenn der L√ľfter aus ist. Es herrscht also L√ľfterzwang.

Ventilation:
Klicken Sie auf das Bild um es zu vergr√∂√üern Das Hauptproblem bei dem Verfahren sind die √ľbel riechenden D√§mpfe, die hoher Konzentration allergen wirken k√∂nnen. Kolophonium gilt zwar als nicht besonders giftig, aber ein Inhalieren des Dampfes kann zu Kristallisation in den Atemwegen f√ľhren. Die Kristalle sind scharfkantig und sch√§digen das Gewebe. Kurz: Kolophoniumd√§mpfe zu Inhalieren ist alles andere als lustig. Der naheliegende Gedanke ist deshalb, den Prozess unter einem Abzug durchzuf√ľhren. Normalerweise w√ľrde man so einen Abzug so gestalten, dass ein Unterdruck entsteht. Dann m√ľsste allerdings der Kolophoniumdampf an einem Ventilator vorbei. Da die D√§mpfe sich aber schnell niederschlagen, Terpentin√∂le und weitere klebende Bestandteile enthalten, best√ľnde die Gefahr, dass der Ventilator verklebt. Deshalb arbeitet die Kolophoniumkomb√ľse mit √úberdruck. Der Ventilator dr√ľckt Luft in einen abgeschlossenen Kasten und zwingt so die kontaminierte Luft zum Austreten √ľber einen Abluftschlauch. Der Abluftschlauch wird einfach aus dem Fenster geh√§ngt. Um Verwirbelungen im Innenraum zu vermeiden wurde der Ventilator mit Lochrasterplatinen verkleidet. Die kleinen L√∂cher d√§mpfen die Verwirbelung sehr wirksam. Es kommt trotzdem noch genug Luft in die Komb√ľse, um die D√§mpfe schnell abzuf√ľhren.

Leistungsregelung:
Klicken Sie auf das Bild um es zu vergr√∂√üern Die Regelung der Leistung erfolgt √ľber ein in die Stromversorgung der Herdplatte eingeschaltetes 25A Solid-State-Relay. Dieses Relay habe ich vor einigen Jahren aus einem alten Kaffeeautomaten ausgeschlachtet. Es gibt diese Relays im Handel zu kaufen. Das praktische an diesen Relays ist, dass sie zum einen sehr gro√üe Lasten ohne mechanische Abnutzung schalten k√∂nnen. Zum anderen sind die Schalteing√§nge schon galvanisch getrennt. Man braucht sich also auf der Mikrocontrollerseite keine Sorgen um die elektrische Sicherheit und galvanische Trennung zu machen. Das Einstellen des Tastverh√§ltnisses der PWM wird √ľber ein Poti vorgenommen, das an dem ADC des Controllers angeschlossen wurde. Im Controller steuert ein kleines C-Programm die PWM. Die PWM-Frequenz ist mit Absicht etwas langsamer gew√§hlt, um dem Relay nicht zu viele Schaltvorg√§nge zuzumuten. Ob dem Relay eine hohe Schaltfrequnez schaden kann, weiss ich nicht. Aber ein bisschen Vorsicht kann bei so gro√üen Lasten schon nicht schaden.

Fazit:
Klicken Sie auf das Bild um es zu vergr√∂√üern Nach einigen Schwierigkeiten ist aus der Kolophoniumkomb√ľse doch ein ganz brauchbares Ger√§t geworden. Wichtig ist, dass der Durchmesser des Abluftschlauches nicht zu klein gew√§hlt wird, da es sonst zu Stauungen und √úberhitzungen kommen kann. Als sehr wichtig hat sich auch das Vorhandensein einer Leistungsregelung herausgestellt. Gerade wenn man eine Herdplatte mit etwas mehr Leistung als n√∂tig verwendet, kommt es ohne Regelung schnell zu √úberhitzungen. Die Zuleitungen zur Herdplatte m√ľssen auch die hohen Temperaturen aushalten k√∂nnen. Silikonkabel haben sich hier als brauchbar erwiesen. Als Gef√§√ü zum Auskochen eignet sich ein temperaturstabiles Becherglas am besten, da man durch das Glas den Zustand des Kolophoniums gut beurteilen kann. Es ist sehr zu empfehlen, eine Unterlage mit erh√∂hten R√§ndern unter das Becherglas zu stellen, um zu verhindern, falls das Glas reisst, dass Kolophonium in die Herdplatte l√§uft und sich enz√ľndet. Kolophonium ist brennbar! Kommt heisses Kolophonium mit Wasser in Ber√ľhrung, hat man Effekte wie wenn man Wasser in eine eingeschaltete Frit√∂se kippt! Sollte dennoch einmal ein Brand entstehen ist es wohl am besten ihn mit Sand zu l√∂schen. Bei allen Gefahren ist der Umgang mit Kolophonium durch den Abzug sehr sicher. Man ist gesch√ľtzt vor Spritzern und D√§mpfen und kann in aller Ruhe die Reaktion beobachten. Das Bild zeigt einen Chip den ich testweise ausgekocht habe. Es ist ein Security-Mikrocontroller, den ich mal aus einem alten POS-Terminal gerupft habe. Ob ein Controller aus dem Jahre 1987 wohl heutigen Sicherheitsevaluationen stand h√§lt?

Achtung!
Auch wenn Kolophonium selbst nicht besonders giftig ist, k√∂nnen bei der Reaktion mit dem Chip-Package oder Teilen davon giftige Endprodukte entstehen. Besonders vor dem Auskochen von auf Platinen gebondeter Chips kann nur gewarnt werden, da Platinen Phenole enthalten. Das Spiel mit Chemikalien ist kein Spa√ü und kann schnell zu Vergiftungen f√ľhren! Grunds√§tzlich sollte bei Experimenten eine Schutzbrille getragen werden. Aceton ist leicht entz√ľndlich. Es darf nicht in der N√§he von W√§rmequellen verwendet werden.

Warnung!
Obwohl die Kolophoniumkomb√ľse mir jahrelang gute Dienste geleistet hat halte ich sie heute f√ľr ein sehr fragw√ľrdiges Experiment. Ich rate ausdr√ľcklich vorm Nachbau ab. Der Grund daf√ľr ist das die Kolophoniumd√§mpfe brennbar sind und es zu Verpuffungen kommen k√∂nnte. Das w√§re dann wie bei einem Frit√∂senbrand. Definitiv nichts wo man direkt daneben stehen m√∂chte. Also lasst es besser sein.

Dokumentation und Mikrocontroller-Source zum Download:
Download - Kolophoniumkomb√ľse

Degate - Software f√ľr chip reverseenginnering
siliconzoo.org - Chip-Bestandteile erklärt
berlin.ccc.de - IC-Entkapselung mit Kolophonium.

Tip: Schau dir doch auch mal meine Computersammlung an!
(c)2001-2018 Philipp Maier, Hohen Neuendorf