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Info:
In meiner Freizeit beschÀftige ich mich viel mit Elektronik, Technik und GerÀten. Hier auf meinen Laborseiten stelle ich die Ergebnisse meine Projekte vor.

Wenn Sie noch Fragen zu den hier gezeigten Dingen haben schreiben sie mir einfach eine Email. Diese Seiten befinden sich zur Zeit noch im Aufbau (Wird auch niemals fertig werden, keine Sorge...)

Bitte Beachten Sie auch die Hindweise in Faq und Impressum bevor Sie sich die Programme herunterladen.

Achtung, die hier gezeigten Experimente und Basteleien sind lebensgefĂ€hrlich und richten sich ausschließlich an Fachleute mit entsprechender Sachkenntnis. Das hier gezeigte erfordert einen sicheren Umgang mit Hochspannung, Strom, Lasern und Giftstoffen. Die Warnung ist ernst gemeint und ich hafte weder fĂŒr PersonenschĂ€den oder SachschĂ€den!
The Lab - RöhrenverstÀrker mit EL84

Die Idee:
Das RöhrenverstĂ€rkerbasteln ist wie das Teslaspulen wickeln und das Piratensenderbauen eine der wichtigsten Disziplinen in denen sich ein Nerd ĂŒben muss. Mal ganz davon abgesehen das so ein VerstĂ€rker, vorrausgesetzt man hat alles richtig gemacht, wirklich schön klingt und super aussieht. Richtig auf die Idee gekommen mal seber was aus Röhren zusammenzutĂŒdeln bin ich erst durch das Zfest wo man nicht nur Computerbastler sondern auch Röhrenbastler treffen kann. Die Idee aus HeizgerĂ€ten RöhrenverstĂ€rker zu bauen stammt ursprĂŒnglich von M. H. der auf dem Zfest 2004 einen RöhrenverstĂ€rker in einem ToastergehĂ€use prĂ€sentierte.

Bevor es losgeht:
Klicken Sie auf das Bild um es zu vergrĂ¶ĂŸern FĂŒr den Einstieg ist es ratsam erstmal einen kleinen RöhrenverstĂ€rker aus leicht beschaffbaren Schrotteilen zu bauen anstatt sich gleich an ein mehrer hundert euro teures Projekt zu wagen. Wenn ich an die Fehler denke die ich bei meinem ersten (hier beschriebenen) VerstĂ€rker gemacht habe ist es ein Wunder das das Ding ĂŒberhaupt noch funktioniert. Die Teile fĂŒr den hier beschriebenen RöhrenverstĂ€rker stammen ausschließlich aus alten Röhrenradios, wie man sie billig auf jedem Flohmarkt bekommen kann. Das Bild zeigt den fertigen Aufbau mit angeschlossenen Boxen und einem PDA als Audioquelle. Achtung: Auf Grund der hohen Anodenspannungen ist mit Ă€ußerster Vorsicht vorzugehen. Die Spannungen können auch nach dem Ausschalten des GerĂ€tes in Form von Kondensatorladungen vorhanden sein. In jedem Fall gillt: Nachbau auf eigene Gefahr, ich ĂŒbernehme keine Haftung fĂŒr Sach oder PersonenschĂ€den. Elektrotechnische Basiskenntnisse sind unbedingte Vorraussetzung!

Der Baege Super:
Klicken Sie auf das Bild um es zu vergrĂ¶ĂŸern Als Chassis fĂŒr meinen RöhrenverstĂ€rker habe ich einen alten Handtrockner, wie er auf den Toiletten in RaststĂ€tten und Kneipen verbaut wird, verwendet. Ich habe den Handtrockner auf dem Flohmarkt am Nordbahnhof (Berlin) gefunden. Bei der Vorstellung in dieses hĂ€ssliche Teil einen RöhrenverstĂ€rker einzubauen musste ich mir regelrecht das Lachen verkneifen. "kostet nen Zehner" sagte der SchrotthĂ€ndler. Damit war die Frage des Chassis geklĂ€rt. Zuhause wurde der Handtrockner dann erstmal entleert. Der symmetrische Aufbau des Handtrocknerchassis erwies sich als nahezu perfekt fĂŒr einen RöhrenverstĂ€rker.

Das Anodennetzteil Am besten man arbeitet sich vom Netzteil bis zur Endstufe vor. Der Anodentrafo wurde an die Stelle wo frĂŒher der LĂŒftermoter gesessen hat gepflanzt. Die Gleichrichtung wurde hier mit einer AZ11 bewerkstelligt. (Achtung: Eine AZ11 montiert man besser nicht, so wie hier gezeigt liegend sondern stehend - hier ging es leider nur liegend) Am besten man baut das Anodennetzteil so wie es ist direkt aus einem alten Röhrenradio aus, dann braucht man sich hierum nicht mehr kĂŒmmern. Worum man sich aber unbedingt kĂŒmmern muss ist eine vernĂŒnftige GlĂ€ttung und Siebung der Anodenspannung. FĂŒr die GlĂ€ttung verwendet man einen Kondensator mit 50uF. Der Kondensator darf auf keinen Fall grĂ¶ĂŸer sein da der dadurch erhöhte Strom die Gleichrichterröhre ĂŒberlasten wĂŒrde. Die Siebung ist bei mir etwas, sagen wir mal groß ausgefallen. Ein kleiner Netztrafo aus einem kleinen Steckernetzteil und zwei in Reihe geschaltete 680uF Elkos bilden einen ĂŒbertrieben großen Tiefpass. Meine Brummprobleme die ich anfangs hatte waren danach auch erstmal besser. Man hört zwar immernoch ein leichtes brummen aber es geht. Das ist natĂŒrlich nicht zum Nachmachen empfohlen und wird bei mir demnĂ€chst korrigiert: Die Endstufe wird direkt nach dem LC bzw. RC Siebglied angeschlossen, danach folgt ein weiteres LC bzw. RC Siebglied an das die brummempfindliche Vorstufe angeschlossen wird. Merke: "Was Kante braucht muss auch dahin wo Kante herkommt" Dieser Prinzipschaltplan illustriert die Funktionsweise eines typischen Andennetzteils: Der Anodentrafo liefert zwei Spannungen, eine Heizspannung (ca. 6,2V) und eine Anodenspannung (ca. 250V-0-250V). Die meisten Anodentrafos, so auch dieser, haben eine Mittelanzapfung bei 50%, welche erst die praktische Gegentaktgleichrichtung mit nur einer AZ11 oder EZ80 ermöglicht. Danach wird die Spannung mit einem PI-Tiefpass gesiebt und geglĂ€ttet - Fertig! Tip: Zur Gleichrichtung muss keine Röhre verwendet werden, es kann auch eine herkömmliche 4-Dioden Gegentaktgleichrichtung verwendet werden. Auswirkungen auf den Klang ist entgegen vieler Mythen und GerĂŒchten nicht zu befĂŒrchten. Auch ein Röhrengleichrichter tut nunmal nur eines, nĂ€mlich gleichrichten und nichts anderes. Wichtig: Um Brummprobleme von vorn herein zu vermeiden mĂŒssen alle Heitzspannung fĂŒhrenden DrĂ€hte verdrillt und mit großem Störabstand verlegt werden. Auch bei der restlichen Verdrahtung muss aufgepasst werden: Brummschleifen, also eine Verbindung die irgendwie doppel verbunden ist une einen Kreis bildet mĂŒssen vermieden werden. Am besten sternförmig verdrahten. Signalmasse und GehĂ€usemasse sind zu trennen! An der empfindlichesten Stelle und einzig und allein dort wird die Signalmasse ĂŒber einen 100 Ohm Widerstand mit dem GehĂ€use verbunden. In diesem Fall ist das empfindlichste Teil die Vorstufe.

Die Vorstufe:
Klicken Sie auf das Bild um es zu vergrĂ¶ĂŸern Ein VerstĂ€rker gliedert sich immer in mindestens 2 Baugruppen. Vorstufe und Endstufe. Die Vorstude realisiert eine Signalanpassung an die Quelle, sollte also möglichst hochohmig sein um die meist schwache Quelle nicht allzusehr zu belasten und sorgt fĂŒr die SpannungsverstĂ€rkung des Signals. Es ist zu beachten das die Vorstufe der empfindlichste Teil des VerstĂ€rkers ist. Vor allem Netzbrummen koppelt sich hier gerne ĂŒber das Gitter ein. Auch die Anodenspannung muss brummfrei sein, ansonsten wird der VerstĂ€rker zur Arschpusaune. Es ist also Sorgfalt gefragt. Wichtig ist das man keine Brummschleifen einbaut und alle Verbindungen so kurz wie möglich hĂ€lt. In der Röhrentechnik hat sich deshalb ein Verfahren etabliert: Alle Verdrahtungen einer Stufe werden direkt auf dem Röhrensockel vorgenommen. Der große, aus einem Blechrohr bestehende Pin in der Mitte wird als Masse genommen. Es dĂŒrfen auf keinen Fall nicht kontaktierte Röhrenpins als Masse oder sonstwie als StĂŒtzpunkte genommen werden. Auf diese Weise entshen um die Röhren herum kleine BĂŒschel von denen dann immer ein bis zwei DrĂ€hte zur nĂ€chsten Stufe gehen. Zu allererst solte man den Heizkreis verdrahten und testen. Wenn alle kathoden glĂŒhen dann weiß man das die Heizung ĂŒberall funktioniert und braucht sich um die Heizung nicht mehr zu sorgen. Danach folgt die Verdrahtung der Vorstufe. Zur Anwendung kommt hier eine ECC83. Das ist eine sogenannte "Doppeltriode" Das bedeutet das gleich zwei Röhren in einer vereint sind. Man kommt also in der Vorstude mit nur einer Röhre aus. Einen Schaltplan fĂŒr eine typische Vorstufe gibt es hier. Achtung: Wer das ganze testen möchte kann versuchen einen hochohmigen Kopfhörer testen ob etwas zu hören ist. Dabei muss aber in jedem Fall ein Koppelkondensator verwendet werden um den Kopfhörer von der Anodenhochspannung abzukoppeln.

Die Endstufe:
Klicken Sie auf das Bild um es zu vergrĂ¶ĂŸern Die Endstude ist wohl das prominenteste VerstĂ€rkerteil ĂŒberhaupt. Die Endstufe hat die Aufgabe den Strom durch die Last zu treiben. Anders als bei einem TransistorverstĂ€rker wird in einer Röhrenendstufe nicht Strom sondern zunĂ€chst einmal auch nur Spannung verstĂ€rkt. Erst im AusgangsĂŒbertrager wird die hohe Anodenspannung (und der vergleichsweise geringe Anodenstrom) heruntertransformiert so das der Endstufe, wie gewohnt ein hoher Strom bei niederiger Spannung entnommen werden kann. In der Fachsprache nennt man dieses Verfahren auch "Impedanzanpassung". Bei dem AusgangsĂŒbertrager handelt es sich um einen besonderen Transformator. Anders als Netztransformatoren ist er mehrfach geschachtelt und hat einen Luftspalt. Auch das Blech ist ein anderes. Im allergrĂ¶ĂŸten Notfall kann man auch einen normalen Netztransformator nehmen, nur guten Klang darf man dann nicht erwarten. FĂŒr ein kleines Experiment ist ein Netztrafo aber mit Sicherheit ausreichend. Der AusgangsĂŒbertrager beeinflusst masgeblich den Klang eines RöhrenverstĂ€rkers und ist in der Regel auch das teuerste Bauteil an einem RöhrenverstĂ€rker. Als Endröhre kommt hier die allseits bekannte EL84 mit einer Eintakt bzw. SingleEnded Schaltung zum Einsatz. Den Endstufenschaltplan gibt es hier. An dieser Stelle sei gesagt das die PlĂ€ne am Telefon diktiert und zudem Ă€ußerst quick und dirty aus den Fingern gesaugt wurden. Mit anderen Worten: Hier und da sind Bauteile falsch dimensioniert. Aber: Bei mir funktioniert der VerstĂ€rker zufriedenstellend und beschallt seit dem Tag seiner Fertigstellung den Keller. Achtung: Ein RöhrenverstĂ€rker darf unter keinen UmstĂ€nden ohne Last eingeschaltet werden, er könnte ins schwingen geraten und es könnte zu ÜberschlĂ€gen kommen. Deshalb muss bei jedem Test immer ein Lautsprecher angeschlossen sein. Es ist ratsam sich vor dem Bau die DatenblĂ€tter fĂŒr die entsprechenden Röhren zurrecht zu legen. Zur Not tut es aber auch dieser Belegungsplan.

Fazit:
Klicken Sie auf das Bild um es zu vergrĂ¶ĂŸern Herrausgekommen ist der wohl hĂ€sslichste RöhrenverstĂ€rker der Welt. Man kann ihn ĂŒbrigens noch als Handtrockner verwenden, denn die Endstufenröhren, welche ĂŒbrigens im alten Windkanal eingebaut wurden, strahlen schon nach relativ kurzer Zeit so viel Hitze ab das man, sofern man genĂŒgend Zeit mitbringt, sich tatsĂ€chlich die HĂ€nde trocknen könnte. Durch die Rippen, wo man frĂŒher die Heizgitter glĂŒhen sehen konnte, sieht man jetzt die Kathoden glĂŒhen. Das ganze hat was. Der originale Knopf zum Einschalten wurde ĂŒbrigens so umgebaut das er wieder funktioniert. Die LautstĂ€rkerregelung erfolgt ĂŒber zwei Potis an der RĂŒckseite. DafĂŒr musste allerdings ein StĂŒck GehĂ€use herrausgetrennt werden. Ansonsten wurden am GehĂ€use keine weiteren Ă€ußerlichen Modifikationen durchgefĂŒhrt. Auch das Gewicht hat zugenommen. der Kasten wiegt jetzt satte 6,5kg. Was die Leistung anbelangt lĂ€sst der VerstĂ€rker leider etwas zu wĂŒnschen ĂŒbrig. Aber mit EL84 Single Ended kommt man halt nicht bis zu den Nachbarn. Wer das gange nochmal aus der NĂ€he begutachten will: Hier die DetailĂŒbersicht.

Weiteres zum Thema:
Klicken Sie auf das Bild um es zu vergrĂ¶ĂŸern Diese grob gestaltete Anleitung reicht natĂŒrlich nicht aus um die Thematik vollstĂ€ndig zu verstehen zu können. Ich empfehle deshalb sich auf der Seite Jogis-roehrenbude.de etwas schlau zu machen. Im Allgemeinen lĂ€sst sich sagen das es fast einfacher ist einen VerstĂ€rker mit Röhren anstatt mit Transistoren aufzubauen da Röhren im allmeinen gutmĂŒtiger sind was fehlerhafte Beschaltung anbelangt. Außerdem hat man die Möglichkeit zu sehen was in einer Röhre passiert. Wenn z.B. das Gitter glĂŒht weiß man das etwas schief gegangen ist. Die Röhre ist danach aber keineswegs kaputt. Mein besonderer Dank gilt auch Alexander B: Vielen Dank fĂŒr die SchaltplĂ€ne und die Tipps.

Tip: Schau dir doch auch mal meine Computersammlung an!
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