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In meiner Freizeit beschäftige ich mich viel mit Elektronik, Technik und Geräten. Hier auf meinen Laborseiten stelle ich die Ergebnisse meine Projekte vor.

Wenn Sie noch Fragen zu den hier gezeigten Dingen haben schreiben sie mir einfach eine Email. Diese Seiten befinden sich zur Zeit noch im Aufbau (Wird auch niemals fertig werden, keine Sorge...)

Bitte Beachten Sie auch die Hindweise in Faq und Impressum bevor Sie sich die Programme herunterladen.

Achtung, die hier gezeigten Experimente und Basteleien sind lebensgef√§hrlich und richten sich ausschlie√ülich an Fachleute mit entsprechender Sachkenntnis. Das hier gezeigte erfordert einen sicheren Umgang mit Hochspannung, Strom, Lasern und Giftstoffen. Die Warnung ist ernst gemeint und ich hafte weder f√ľr Personensch√§den oder Sachsch√§den!
The Lab - Wir schlachten eine Mikrowelle

Die Idee:
Neulich habe ich am Nordbahnhof eine alte, verbeulte Mikrowelle geschenkt bekommen. Der Schrotth√§ndler schien ganz gl√ľcklich damit gewesen zu sein das er sie nicht selbst entsorgen musste. Im Folgenden wird gezeigt was f√ľr elektrotechnische Leckerbissen in einer Mikrowelle anzutreffen sind und was man damit anstellen kann. Es lohnt sich auf jeden Fall mal so ein Ding zu schlachten. Aber vorsicht: In der Mikrowelle ist ein Kondensator der noch geladen sein k√∂nnte.

Ein Wort der Warnung:
Klicken Sie auf das Bild um es zu vergr√∂√üern Eine Mikrowelle ist ein Ger√§t das nicht nur mit sehr hohen Spannungen, sondern auch mit elektromagnetischer Strahlung arbeitet. In keinem Fall d√ľrfen irgendwelche Manipulationen an den Sicherheitsschaltern durchgef√ľhrt werden und dann die T√ľr ge√∂ffnet werden oder das Magnetron offen betrieben werden. Mikrowellen breiten sich wie Licht aus und gef√§rden Haut und Augen. Bevor das Geh√§use abgenommen werden darf muss der Netzstecker gezogen werden. Au√üerdem sollte die Mikrowelle schon eine Weile ausgeschaltet gewesen sein um einem Stromschlag vom Kondensator aus dem Weg zu gehen. Zur Sicherheit sollte der Kondensator in jedem Fall mit einem isoliertem Gegenstand kurz geschlossen werden.

Das Magnetron:
Klicken Sie auf das Bild um es zu vergr√∂√üern Das Magnetron ist das wohl geheimnisvollste und auf den ersten Blick interessanteste Bauteil in einer Mikrowelle. Im Grunde handelt es sich dabei um ein luftleer gepumptes, totes St√ľck Metall, was auf Grund seiner speziellen Konstruktion einen vollwertigen Schwingkreis ergibt. Es ist also Spule und Kondensator in einem Ger√§t. Legt man eine Hoch und eine Heizspannung an beginnt es zu schwingen. Es sendet also Radiowellen aus diese werden dann durch einen Kanal in den Garungsraum der Mikrowelle geleitet wo sie dann das Essen erw√§rmen oder das F√ľllgas einer Gl√ľhbirne ionisieren ;-) Wenn man das Magnetron ausgebaut hat kann man es sich in die Vitrine stellen oder es seinen Freunden zeigen. Von einer Inbetriebname rate ich dringend ab, das w√§re zu gef√§hrlich, auch dann wenn man z.B. mit einem Stelltrafo die Betriebsspannung langsam erh√∂hen w√ľrde, da ein Magnetron erst ab seiner Betriebsspannung anschwingt. Es w√ľrde also sofort die volle Leistung zur Verf√ľgung stehen. Au√üerdem w√§re da noch etwas: Der Keramikteil auf den die Antenne aufgesetzt ist (im Bild rosa), kann aus Berylliumoxid bestehen. Berylliumoxid ist hoch giftig! So lange man es in Ruhe l√§sst und nicht kaputtschl√§gt, feilt oder zers√§gt ist alles ok, aber wenn St√§ube in die Lunge kommen kann das t√∂dlich enden. Also seid damit vorsichtig.

Der MOT: Der MOT (Microwave Oven Transformator) ist mit Sicherheit das spektakul√§rste Bauteil an einer Mikrowelle. Sekund√§rseitig kommen c.a. 2000V bei etwa 300 mA heraus. Schlie√üt man den MOT an zwei sich in 1mm Abstand gegen√ľberstehende N√§gel an kann man ein kleines Feuerwerk beobachten. Wichtig: Der Innere Pol der Wicklung und der Eisenkern m√ľssen geerdet werden. Obwohl ein MOT einiges an Leistung mitbringt, ist er zu schwach um einen Teslatrafo anzutreiben. Es ist m√∂glich zwei MOTs gegenphasig zu betreiben und so eine Spannung von 4000V zu erzeugen. Von sogenannten MOT-Stacks bei denen mehrere MOTs in Reihe geschaltet rate ich dringend ab da dort die Trafoisolation auf unzul√§ssigste Weise strapaziert wird. Man kann aber die m√∂glichen 4000V mit einem Diodenvervielfacher noch mal erh√∂hen. Auch die Teile daf√ľr findet man in jeder Mikrowelle. Ein MOT kann allerdings auch ganz einfach zu einem Schwei√ütrafo umger√ľstet werden. Dazu braucht man lediglich die Sekund√§rwicklung entfernen und ein dickes Stromkabel 4-8 mal um den mittleren Schenkel wickeln und schon hat man einen Hochstromtrafo der sogar N√§gel einschmelzen kann. Nat√ľrlich ist ein MOT auch eine super Hantel oder Briefbeschwerer....

Der Kondensator:
Klicken Sie auf das Bild um es zu vergr√∂√üern Ein MOT liefert wie ja schon erw√§hnt 2000V. Das ist f√ľr das Magnetron noch zu wenig. Deshalb bedient man sich eines kleinen Tricks, man l√§d mit der ersten Halbwelle den Kondensator auf und schaltet ihn √ľber eine besondere Diodenschaltung bei der negativen Halbwelle Blitzschnell in Reihe mit dem Trafo und erh√§lt so die n√∂tigen 4000V f√ľr das Magentron. Ein Mikrowellenkondensator hat eine Kapazit√§t von ungef√§hr 1uF das h√∂rt sich erst mal wenig an da man vom t√§glichen Leben her Kondensatoren mit 1000 und mehr uF gew√∂hnt ist. Ber√ľcksichtigt man jedoch die Spannung wird man feststellen das 1uF eine ganze Menge Energie speichern k√∂nnen. Mikrowellenkondensatoren sind nahezu ideal f√ľr den Einsatz in Kaskaden, denn daf√ľr sind sie gemacht. F√ľr Teslaexperimente sind sie jedoch ungeeignet, selbst wenn man mehrere in Reihe schalten w√ľrde. Der Grund liegt in der Sto√üfestigkeit, diese Kondensatoren vertragen es einfach nicht wenn man sie aufl√§d und kurzschlie√üt, zumindest nicht lange. Einen gro√üen Knall gibt es in jedem Fall.

Die Dioden:
Klicken Sie auf das Bild um es zu vergr√∂√üern Die Dioden in einer Mikrowelle werden f√ľr die Realisierung der Spannungsverdopplerschaltung verwendet. Die Dioden eignen sich auf Grund ihrer Spannungsfestigkeit hervorragend zum gleichrichten von Hochspannung. Die Spannungsfestigkeit kann erh√∂ht werden in dem mehrere Dioden in Reihe geschaltet werden. Aber Vorsicht, dabei erh√∂ht sich nat√ľrlich auch die Durchbuchsspannung, was zu einem kleinen Spannungsabfall f√ľhrt und letztlich die Trafospannung reduziert. Auch sollte man einen Hochspannungsdiodengleichrichter nicht kurzzschlie√üen, deshalb ist bei Teslaversuchen mit Funkenstrecke Vorsicht geboten. Setzt man allerdings einen MOT als Anodentrafo in einem Sender oder R√∂hrenverst√§rker ein braucht man sich keine so gro√üen Gedanken zu machen. Die Dioden stammen ja schlie√ülich aus einer Mikrowelle.

Was bleibt ist ein kleiner Haufen Schrott:
Klicken Sie auf das Bild um es zu vergr√∂√üern Zur√ľck bleibt ein kleiner Haufen Schrott: Ein L√ľftermotor, der Motor vom Drehteller, die Schalter der Sicherheitst√ľre, eine Heizschlange und die Steuerelektronik. Der Phantasie sind auch hier keine Grenzen gesetzt. Deshalb wird auch dieser Schrott erst mal aufgehoben. Das leere Mikrowellengeh√§use hingegen fliegt auf den Sperrm√ľll.

Tip: Schau dir doch auch mal meine Computersammlung an!
(c)2001-2018 Philipp Maier, Hohen Neuendorf