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Die Idee:
Vor kurzem habe ich in einer Onlineauktion einen kaputten EKG Monitor ersteigert. Schon allein wegen der h√ľbschen Bildr√∂hre konnte man da nichts falsch machen. Nach ein par Tagen kam bei mir ein gro√ües Packet an. Als ich ihn √∂ffnete quollen mir gleich Massen an EKG Papier entgegen. Nach einimgem W√ľhlen fand ich schlie√ülich den EKG Monitor. Das Ger√§t war winzig, und hatte eine noch winzigere Bildr√∂hre die auch als Magisches Auge durchgegangen w√§re. Flogendes ist daraus geworden...

Das EKG:
Klicken Sie auf das Bild um es zu vergr√∂√üern Nach dem √∂ffnen des Ger√§tes kamen mir gleich zwei v√∂llig eingetrocknete Bleiaccus entgegen. Es waren zwei kleine "Dryfit" Accus a 6V in Reihe. Also schnell mal am Labornetzteil 12V eingestellt und Voila! Das EKG zeigte eine mit Netzbrummen verzierte Nulllinie. Wahrscheinlich waren die Accus schuld am Tod des Netzteils gewesen. Das Netzteil wurde dann nach einigen vergeblichen Wiederbelebungsversuchen durch ein altes Videorecordernetzteil ersetzt. Das Linke Bild zeigt den bereits wieder in Stand gesetzten EKG Monitor. Das Ger√§t sieht einem herk√∂mmlichen Oszi sehr √§hnlich. Leider ist ein EKG als Oszi auf grund der geringen Bandbreite nicht zu gebrauchen. Wer mit einer EKG Elektrode in einer Digitalschaltung herumstochert wird nicht einmal einen Ausschlag auf dem Monitr sehen da die Eingangsfilter f√ľr Bandbreiten von wenigen Hz ausgelegt sind. Au√üerdem ist die Zeitbasis im vergleich zum Oszi eher gem√∂chlich. Es dauert bis zu zwei Sekundn bis der Elektronenstrahl einmal √ľber den Schirm gewandert ist.

Empfindlichkeit
Klicken Sie auf das Bild um es zu vergr√∂√üern Die Potentiale des K√∂rpers liegen im Bereich von 0 - 100 mV. Diese Spannungen kann man, wenn man sich geschickt anstellt messen. Am einfachsten geht das mit einem Digitalvoltmeter. Man nimmt beide Tastk√∂pfe in die Hand und schon beginnt die Anzeige zu schwanken. Wer diese Spannungen aber als Funktion U(t) darstellen will muss etwas fr√ľher aufstehen da St√∂rfaktoren wie Netzbrummen einem den Spa√ü ganz sch√∂n verderben k√∂nnen. Bei einem EKG werden hochfrequente St√∂rungen von vorn herein durch einen Tiefpass ausgesperrt. Die Restlichen St√∂rungen werden durch eine sichere Erdung des K√∂rpers minimiert. Die Messung der Herzstr√∂me erfolgt √ľber mehrere Elektroden (Es reichen 2) deren Spannungsdifferenz mit einem Differenzverst√§rker gemessen wird. Der Differenzverst√§rker hat auch gleichzeitig den Vorteil das St√∂rungen die sich √ľber beide Elektroden gleichzeitig einkoppeln quasi ignoriert werden - So oder so √§hnlich m√ľsste es funktionieren.

Selbstversuch
Klicken Sie auf das Bild um es zu vergr√∂√üern Zu allererst wurde erstmal eine kleine Platine ge√§tzt auf der vier BNC-Stecker Platz fanden. Die Platine wurde √ľber DIN-Stecker an das EKG angeschlossen. Jetzt konnte man vom Oszitastkopf bis hin zum Frequenzgenerator alles anschlie√üen. Als n√§chstes musste ein Satz Elektroden her. Ein altes Elektrodenpaar von ein einem ollen Reizstromger√§t (Ich sag nur QVC ;-) wurde mit einem alten BNC-Netzwerkkabel verbunden und als Brustelektrode verwendet. Das ganze war besonders praktisch weil noch die Original Halteb√§nder vorhanden waren. Als Masse wurde einfach ein langes St√ľck Drahtgefl√§cht von einem alten Koaxkabel verwendet. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen. Krankenhausecht konnte man auf dem Monitor die Herzstr√∂me (Video) beobachten.

Ein Wort der Warnung
Klicken Sie auf das Bild um es zu vergr√∂√üern Ein EKG Ger√§t ist ein medizinisches Ger√§t, welches, da es direkt an den menschlichek K√∂rper angeschlossen wird, in regelm√§√üigen Zeitabst√§nden auf seine elektrische Sicherheit √ľperpr√ľft werden muss (Pr√ľfsiegel). Wenn man bedenkt das allein die Bildr√∂hre eines solchen Ger√§tes mit Spannungen jenseits der 1000V Grenze betrieben wird dann kann einem schon flau im Magen werden. Deshalb rate ich prinzipiell von Experimenten und Selbstversuchen mit medizinischen oder zweckentfremdeten Messger√§ten ab. Der direkte Anschluss von Ger√§ten jedweder Art an den menschlichen K√∂rper ist LEBENSGEF√ĄHRLICH"

Weiteres zum Thema:
Klicken Sie auf das Bild um es zu vergr√∂√üern Wer jetzt neugierig geworden ist findet unter http://formica.nusseis.de/EKG/ eine Bauanleitung f√ľr ein 3 Kanal EKG mit Rechneranschluss und unter http://www.grundkurs-ekg.de/ viele n√ľtzliche Informationen zum Thema.

Tip: Schau dir doch auch mal meine Computersammlung an!
(c)2001-2018 Philipp Maier, Hohen Neuendorf