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In meiner Freizeit beschÀftige ich mich viel mit Elektronik, Technik und GerÀten. Hier auf meinen Laborseiten stelle ich die Ergebnisse meine Projekte vor.

Wenn Sie noch Fragen zu den hier gezeigten Dingen haben schreiben sie mir einfach eine Email. Diese Seiten befinden sich zur Zeit noch im Aufbau (Wird auch niemals fertig werden, keine Sorge...)

Bitte Beachten Sie auch die Hindweise in Faq und Impressum bevor Sie sich die Programme herunterladen.

Achtung, die hier gezeigten Experimente und Basteleien sind lebensgefĂ€hrlich und richten sich ausschließlich an Fachleute mit entsprechender Sachkenntnis. Das hier gezeigte erfordert einen sicheren Umgang mit Hochspannung, Strom, Lasern und Giftstoffen. Die Warnung ist ernst gemeint und ich hafte weder fĂŒr PersonenschĂ€den oder SachschĂ€den!
TheLab - Teleschirm 101

Ein Fernseher aus Holz statt Plastik:

HMV 901 und Marconiphone 702 sind Fernseher aus den 1930er Jahren. Die GerĂ€te sind technisch baugleich und unterscheiden sich nur leicht im Design. Das Design ist deshalb so interessant weil es ein technisches Problem aus originelle Weise löst. Die damals verfĂŒgbaren Bildröhren waren auf Grund des geringen Ablenkwinkels sehr lang. Deshalb hat man die Bildröhre mit dem Gesicht nach Oben in das GehĂ€use eingebaut und das Bild mit einem Spiegel zum Betrachter umgelenkt. Im folgenden wird es weniger um die technischen Details der Fernseher von HMV und Marconiphone gehen, denn ich habe mir meinen eigenen Spiegelklappenfernseher gebaut. Als Monitor habe ich einen Röhrenmonitor verwendet. Die Bildröhre ist hier natĂŒrlich kĂŒrzer, den verbliebenen Platz habe ich dann verwendet um mein HI-FI Equipment unterzubringen. So habe ich einerseits einen schönen Fernseher, und gleichzeitig das Problem der Unterbringung der GerĂ€te gelöst. Um den Komfort zu erhöhen habe ich noch einen Mikrocontroller eingebaut der sĂ€mtliche Video und Audio Umschalter, sowie die Stromversorgung der GerĂ€te steuert. Das ganze war das bisher komplexeste und langwierigste Freizeitprojekt das ich je gemacht habe. Mehr als ein halbes Jahr hat es gedauert das Design zu planen, das GehĂ€use zu schreinern und die Elektronik vor und zurĂŒck zu engeneeren bis alles gepasst hat.

HolzgehÀuse:
Klicken Sie auf das Bild um es zu vergrĂ¶ĂŸern Als erstes mussten ersteinmal einige grundsĂ€tzliche Designprobleme gelöst werden. Die als Vorlage dienenenden GerĂ€te haben nĂ€mlich keine TĂŒre an der Front. Das ist ein Problem, denn wenn ich meine HiFi-GerĂ€te mit unterbringen will, dann muss ich da auch irgendwie dran kommen. Schließlich will man auch mal eine DVD einlegen können. Deshalb habe ich vorne eine TĂŒre eingebaut. Das Furniermuster und die Öffnungen sind dem Marconiphone 702 nachempfunden. Ich habe da viel experimentiert und ĂŒberlegt was gut aussieht und was nicht. Ich denke ich habe es aber gut hinbekommen. Mein Tip: Nicht so oft auf die Vorlage schauen, sonst fĂ€llt es schwer sich davon zu lösen. Weitere Probleme waren das die BaumĂ€rkte Holz nur minimal auf 10cm zusĂ€gen können. Im Netz findet man auch Onlineshops die bis auf 5cm runtergehen. Ich habe das Design deshalb grĂ¶ĂŸtenteils so konstruiert das man mit 10cm auskommt. Nur an ganz wenigen Stellen war weniger nötig. Diese Teile habe ich dann Online bestellt. Ich habe mit Beize und Furnier experimentiert. FĂŒr mich hat sich am Ende Weißleim+Schraubzwingen als am praktikabelsten erwiesen. Furnieren ist keine einfache Sache, aber bei Weitem nicht außerhalb der Reichweite eines Hobbybastlers. Furnier ist ĂŒbrigens auch sehr gut geeignet um kleine Patzer wieder gut zu machen. Man kann nĂ€mlich, sollte man mal zu viel abgesĂ€gt oder abgeschliffen haben die Stellen wieder aufforsten in dem man Furnierschichten ĂŒbereinander klebt. Bei der Gesamtkonstruktion habe ich, wie ich das im Hobbybereich oft mache, eine Mischung aus Top-Down und Bottom-Um Herangehensweise gewĂ€hlt. Das GehĂ€use habe ich in QCAD/CorelDraw geplant, bei den Details (z.B.: Wo kommt welches GerĂ€t hin?) bin ich jedoch ad hoc meiner Inspiration gefolgt. Das funktioniert bei Hobbyprojekten eigentlich immer ganz gut.

Monitor:
Klicken Sie auf das Bild um es zu vergrĂ¶ĂŸern Als Monitor dient ein alter Sony PVM-14M4E Video-Monitor. Diese Monitore wurden fĂŒr den Einsatz in Studios konzipiert und sind dem entsprechend qualitativ hochwertig. Die Röhre ist eine sehr feine Trinitron röhre. Die wichtigen Einstellungen (Helligkeit, Farbe etc.) sind direkt mit Potis einstellbar. Das war fĂŒr mich ein wichtiges Feature, weil ich so die Potis ohne Umwege gleich an die Panel-Knöpfe anschließen konnte. Da der Monitor durch einen Spiegel reflektiert wird und deswegen verkehrterhum im Spiegel erscheint, musste die Vertikalablenkung invertiert werden. Dies geht ganz einfach in dem man die PolaritĂ€t der Vertikalablenkspiule vertauscht. Allerdings musste ich leider feststellen das durch den auf dem RĂŒcken liegenenden Einbau des Monitors die Farbreinheit ruiniert wurde (Farbflecken auf der Röhre). Der Grund hierfĂŒr ist das durch das Drehen das Erdmagnetfeld anders einwirkt als sonst. Außerdem kann es sein das sich die Geometrie der Röhre und der Spulen durch die anders einwirkende Schwerkraft leicht Ă€ndert. Das ist alles aber kein Problem. Man muss die Farbreinheit und die statische Konvergenz nur neu einstellen. Am besten man konsultiert hierzu die Service-Manual. Es gibt auch ein sehr anschauliches Youtube-Video von Shango066 das die Grundlagen erklĂ€rt. Die zu machenden Einstellungen sind nicht einfach, vor allem sollte man die Einstellungen der Konvergenzringe erstmal dokumentieren. Der Monitor verfĂŒgt zwar ĂŒber einen Fernsteuer-Anschluss, aber ich habe in meinem Fall dann doch einfach jeden Knopf mit einem Reed-Relais verbunden. So habe ich per Mikrocontroller volle Kontrolle ĂŒber sĂ€mtliche MenĂŒs und Einstellungen. Leider hatte ich sehr viel Pech mit den Monitoren. Der erste hatte eine defekte Bildröhre (Transportschaden, Rotstich). Bei dem zweiten war das Netzteil fertig (VerkĂ€ufer schickte defekten Monitor als Ersatzteilspender). Beim vierten Monitor hat es dann geklappt. Die Sache hatte auch etwas gutes. Ich hatte genug Monitore zum Experimentieren und ausprobieren, was unterm Strich dann doch von Vorteil war.

Steuerung:
Klicken Sie auf das Bild um es zu vergrĂ¶ĂŸern SĂ€mtliche verbauten GerĂ€te lassen sich per Mikrocontroller fernsteuern. Im GehĂ€use gibt es fĂŒnf individuell schaltbare Steckdosen fĂŒr AbspielgerĂ€te und selbstverstĂ€ndlich eine schaltbare Stromversorgung fĂŒr den Monitor, den RöhrenverstĂ€rker und das Service-Netzteil. Das Service-Netzteil versorgt den Ethernet-Switch, den HDMI-Switch und den Toslink-Switch mit Strom. Der Mikrocontroller selbst wird durch ein verlustarmes 5V Netzteil separat gespeist. So kann man nahezu jedes nur denkbare Standby-Szenario programmieren. FĂŒr das Interface zum Bediener gibt es zwei Stufenschalter mit je 10 auslesbaren Positionen und eine Nixie-Röhre sowie eine Debug-Konsole. HDMI-Switch und Toslink-Switch sind mittels einer Infrarot-LED mit dem Mikrocontroller vernunden. FĂŒr AnalogeingĂ€nge existiert ein selbstgebauter Switch bei dem neben den beiden Stereo-KanĂ€len auch die Masseleitungen geschaltet werden. Der Aufbau ermöglicht im wesentlichen eine Zwei-Knopf-Bedieneung. Mit dem ersten Knopf wĂ€hlt man das Zuspielende-GerĂ€t aus. Mit dem zweiten Knopf den Modus. So ist es z.B. möglich einen Modus zu wĂ€hlen in dem der interne Monitor aus ist, aber trotzdem der Ton vom Sat-Receiver gehört wird (Sat-Radio). Da ĂŒber die Debug-Console auch alle Funktionen erreichbar sind wĂ€re in Zukunft auch eine Steuerung via Ethernet denkbar. Einfach einen Raspberry-PI an die Konsole und fertig wĂ€re das Interface.

VerstÀrker:
Klicken Sie auf das Bild um es zu vergrĂ¶ĂŸern Als VerstĂ€rker nehme ich einen Dynavox VR 70E (Meiner ist aus irgendwelchen GrĂŒnden als „Audio Institue VR70E“ gebrandet. Einige werden diesen VertĂ€rker kennen. Es ist ein billig-RöhrenverstĂ€rker aus China. Der VerstĂ€rker ist mit dem Rotstift konzipiert worden, aber auch mit einer „Can-Do-Einstellung“. Im Internet findet man zahlreiche Tips wie man den kleinen SchwĂ€chen dieses VerstĂ€rkers auf die SprĂŒnge hilft. Ich hatte den VerstĂ€rker etwa 10 Jahre unmodifiziert am laufen. Ich hatte eigentlich keine Probleme damit und der Klang war um Welten besser als der von meinem alten VerstĂ€rker. Irgendwann fing der VR70E jedoch sporadisch an zu knachsen. Ich habe daraufhin die Bias-Potis und alle WiderstĂ€nde getauscht. Das Knachsen war immer noch da. Dann habe ich die Koppelkondensatoren ersetzt und das Knachsen war weg. Als Koppelkondensatoren habe ich eine Kombination aus Ölpapier und MKP genommen. Den Tip habe ich aus einem Internetforum. Bei mir hats sehr gut funktioniert. Ich bin zufrieden und mit den neuen Potis lĂ€sst sich der Bias auch viel bequemer einstellen als vorher. Beim basteln sollte man aber immer die ausgebauten WiderstĂ€nde mal nachmessen, es kann nĂ€mlich sein, dass da aus irgendwelchen GrĂŒnden andere Werte verbaut sind als im Schaltplan vorgegeben sind.

AbspielgerÀte:
Klicken Sie auf das Bild um es zu vergrĂ¶ĂŸern Die verbauten AbspielgerĂ€te sind eigentlich eher langweilig. Als Sat-Receiver dient mir eine Dreambox und zum DVD schauen habe ich einen Bluray-Player von Samsung. Ein Apple-TV ist auch eingebaut, falls man mal einen Stream schauen möchte. Die AbspielgerĂ€te sind allesamt per Toslink und HDMI angeschlossen. Weiterhin habe ich Toslinkkabel zu meinen zwei PCs verlegt. So kann ich auch den Ton vom PC bequem ĂŒber die Anlage abspielen. Vielleicht baue ich irgendwann noch mal einen PC als Mediacenter ein, aber ich bin eigentlich mit dem Setup das ich gerade habe sehr zufrieden. Jedoch sind Änderungen an der Konfiguration jederzeit möglich. Das HolzgehĂ€use wurde nicht an die AbspielgerĂ€te angepasst. Bei neuen AbspielgerĂ€ten wĂ€re das einzige das getauscht oder verĂ€ndert werden mĂŒsste das Frontgitter. Dieses ist aus Aluminium und kann mit einem Seitenschneider bearbeitet werden. Es wĂ€re also maximal ein Wochenende Arbeit ein neues GerĂ€t einzubauen. Da ja heutzutage jeden Tag eine neue Sau durchs Heimkino getrieben wird, scheint es mir auch wahrscheinlich das ich da noch einige male was Ă€ndern muss.

Furnieren:
Klicken Sie auf das Bild um es zu vergrĂ¶ĂŸern Das mit dem Furnieren ist so eine Sache. Es gibt mehrere Methoden Furniere aufzubringen. Es ist auch nicht so unglaublich schwierig wir man sich das zuerst vorstellt. Allerdings braucht es schon etwas Übung. Wenn man das erste mal Furniert sollte man einfach mal mit Furnierresten experimentieren. Im wesentlichen gibt es aber drei Methoden. Man kann Furnier mit Hasenleim ankleben. Hasenleim ist ein Naturprodukt und kann mit WĂ€rme und Wasser leicht wieder gelöst werden. Wenn man was verpatzt bekommt man das Furnier in jedem Fall wieder vom Blindholz ab. Hasenleim ist dĂŒnnflĂŒssig wenn er warm ist und wird Gelantineartig wenn er abkĂŒhlt. Man kann z.B.: Mit einem kalten Hammer das Furnier abdrĂŒcken und es klebt dann erstmal. Bei mir hat diese Methode nur funktioniert wenn das Furnier schon ab Werk relativ flach und ohne Wellen war. Man kann Furnier aber auch mit Pattex kleben. Das geht sehr einfach. Man beschichtet Blindholz und Furnier dĂŒnn mit Pattex und lĂ€sst beides etwas antrocknen. Danach drĂŒckt man die beiden HĂ€lften dann fest zusammen. FĂŒr grĂ¶ĂŸere FlĂ€chen muss man aber ein Trennpapier zwischen legen und vorsichtig wegziehen um Dellen zu vermeiden. Ich habe bisher nur kleine Furnierteile mit Pattex geklebt, nĂ€mlich immer dann wenn Schraubzwingen nicht anbringen konnte. Man kann Furniere auch sehr komfortabel mit Weißleim kleben. Ich habe das so gemacht, das ich das Blindholz mit Leim bestrichen habe, dann das Furnier draufgelegt habe und mit einem anderen StĂŒck Holz und Schraubzwingen angepresst habe. Nach ca. 20min ist der Leim angetrocknet und man kann die Schraubzwingern und das Anpressholz abmachen. Diese Methode erfordert aber dass man einige Schraubzwingen parat hat. Was auch geht ist Blindholz und Furnier dĂŒnn mit Leim zu beschichten, leicht antrocknen zu lassen und dann mit einem BĂŒgeleisen aufzubĂŒglen. Der Leim trocknet dann durch die Hitze und das Furnier klebt. Diese Methode habe ich bei dĂŒnnen streifen angewendet und es hat sehr gut geklappt. Ich kann nur raten ein wenig zu experimentieren. In Onlineforen gibt es Tutorials. Aber probiert ruhig selbst aus was euch am besten liegt. Übrigens sind Fehler halb so schlimm. Man kann FurnierschĂ€den ganz gut reparieren und wenn der Lack erstmal drauf ist muss man schon sehr genau hinschauen. Ich habe einige FurnierschĂ€den produziert - alle kaum zu sehen.

Schlussbemerkung:
Klicken Sie auf das Bild um es zu vergrĂ¶ĂŸern Obwohl das Projekt von der elektronischen Seite relativ einfach gewesen ist, war es doch eine handwerkliche Herausforderung. Der Holzuschnitt musste im Voraus am Computer geplant werden, bevor ich CAD-Zeichnungen machen konnte, musste ich erst einen Designentwurf in CorelDraw anfertigen. Nach dem der Holzzuschnitt teilweise online bestellt und teilweise im Baumarkt eingekauft worden war, musste das ganze auch zusammen gebaut werden. FĂŒr die Spiegelklappe musste eine Haltemachanik angefertigt werden. Der Monitor musste adquat aufgehĂ€ngt werden und die Elektronik platziert und getestet werden. Nach dem die Elektronik einwandfrei lief, wurde sie wieder komplett ausgebaut damit das GehĂ€use furniert und lackiert werden konnte. Nach dem Lackieren wurde die Elektronik wieder eingebaut und wieder getestet. Bisher nicht erkannte Fehler wurden beseitigt. Der Teufel steckt ja im Detail, so war das auch bei diesem Projekt mal wieder. Komplexe Aufbauten so zusammenzufĂŒgen dass am Ende alles passt ist eine Kunst die nicht jeder beherrscht. Ich habe auch nicht damit gerechnet das es so lange gedauert hat. Ich habe etwa 8 Monate gebraucht bis das ganze fertig in meinem Zimmer stand.

Interessierte können hier die CAD-Zeichnungen, SchaltplĂ€ne und MCU-Firmware herunterladen. Das ganze ist aber mehr als Inspirationsquelle fĂŒr eigene Projekte zu verstehen. Vielleicht ist fĂŒr den ein oder anderen etwas dabei.

Download - Teleschirm 101

Wer sich das ganze noch genauer ansehen will, der kann sich mein Youtube-Video ansehen:

Klicken Sie hier um das Video auf Youtube.com anzusehen

Weiterhin habe ich hier noch ein par Interessante Links fĂŒr euch zusammegestellt.

Youtube-Video (Shango066) - Convergence Setup Adjustment
Youtube-Video (Shango066) - Convergence Setup On Delta Gun CRT
Youtube-Video (drh4683) - TV Set-up and Alignment
earlytelevision.org - HMV 901
radiocraft.co.uk - Marconiphone 702 (A restoration)
röhrenkiste.de - AufrĂŒsten des Dynavox VR-70E 2
hifi-forum.de - Allg. Dynavox VR 70 Tuningthread
Youtube-Video (TeslaMaster) - British TV-Set from Early 1937
Youtube-Video - Britains Oldest Working Television
Youtube-Video (PeterScott) - HMV901 Mirror Lid Fashion Parade
Youtube-Video (PeterScott) - HMV901 The Television Orchestra 1937

Tip: Schau dir doch auch mal meine Computersammlung an!
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